Freitag, 2. Oktober 2015

Paradies Sucher von Rena Dumont



Alt und doch aktuell: Die Autorin schildert, wie sie 1987 als 17-jährige ihre Flucht aus der Tschechoslowakei erlebt hat. Sie erzählt sehr sachlich, ohne jegliche „Gefühlsduselei“ und berichtet ehrlich auch von jenen Episoden, wo sie nicht so gut wegkommt. Obwohl ihre Flucht im Vergleich zu dem, was manche Flüchtlingen aktuell durchmachen müssen, „harmlos“ zu sein scheint, ist die Entscheidung für sie und ihre Mutter schwierig und zwischen den Zeilen erkennt man die Verletzungen, die sie erlitten haben. Zum Beispiel, alle Fotos und Tagebücher zurücklassen zu müssen. Man sieht auch, dass es selbst für Europäer nicht einfach ist, in einem anderen europäischen Land heimisch zu werden und Fuß zu fassen.

Das Buch zeigt die „Flüchtlinge“ von der Seite der direkt Betroffenen und macht deutlich, dass sie Hilfe brauchen, auch wenn sie schon am Ziel ihrer Flucht gelandet sind (Sprachkurse, psychologische Betreuung, Hilfe bei Behördengängen, Sachspenden).

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