Donnerstag, 17. September 2015

Angst vor der Schule - in verschiedenen Formen


Pünktlich zu Schulbeginn mehren sich auch die Artikel, die sich mit Schulproblemen befassen. Eines davon: die Schulangst.
Schulangst zu sagen, ist nicht ganz richtig, denn es gibt unterschiedliche Gründe, warum Kinder Angst vor der Schule haben. Da man bei diesen Ursachen ansetzen muss, ist es wichtig, hier zu genau hinzuschauen:
* die Angst der SchulanfängerInnen: Diese Angst ist eigentlich ganz normal, denn Situationen, die wir nicht kennen, lösen nun mal Angst aus. Und kein „neues“ Schulkind weiß ganz genau, was es in der Schule erleben wird. Schließlich war es ja noch nicht dort. Diese Angst wird je nach Persönlichkeit des Kindes und je nach Vorbereitung („Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ eignet sich nicht besonders gut, um Ängste zu vermeiden) mehr oder weniger stark ausgeprägt sein.
Für alle diese Kinder gilt aber: Je besser sie die Situation in der Schule kennenlernen, desto kleiner wird die Angst. Denn die Realität beantwortet alle Fragen, die sich das Kind stellt. Wie ist die Lehrerin? Sind die anderen Kinder nett? Was machen wir in der Schule eigentlich? Neben wem sitze ich? Usw.
So kann man davon ausgehen, dass bei einem gesunden Kind diese Angst nach 2 – 3 Woche verschwunden sein sollte. Wenn nicht, sollte man bei der Lehrerin nachfragen um Probleme früh zu erkennen und Lösungen zu finden.
* Die eigentliche Schulangst ist die Angst des „erfahrenen Schulkindes“ vor der Schule. Dieses Kind weiß genau, was in der Schule abläuft und möchte deswegen nicht mehr hingehen. Mögliche Ursachen sind: Probleme in der Beziehung Lehrerin – Kind, Probleme mit den Mitschülern, Probleme mit dem Unterrichtsstoff d.h. Über- oder Unterforderung.
Allen diesen Situationen ist gemeinsam, dass sie nicht „von heute auf morgen“ akut werden, sondern dass sich die Angst langsam aufbaut. Leider ist es schwierig, die ersten Anzeichen zu erkennen – denn welches Kind jammert nicht über die Schule oder beschwert sich über den einen oder anderen Lehrer? Manche Kinder reagieren auch mit psychosomatischen Kopf- oder Bauchschmerzen auf Unstimmigkeiten in der Schule.
Jedenfalls hilft es, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben und auch immer wieder zu betonen, dass es nicht „schlimm“ ist, Schwierigkeiten in der Schule zu haben. Wichtig ist auch, keine Vorwürfe zu machen und die Erzählungen des Kindes ernst zu nehmen (Sprüche wie „Ich habe auch schlechte Lehrer gehabt, da kann man nichts machen, da musst du durch“ nutzen dem Kind wenig).
Auch hier ist ein Gespräch mit dem/ den LehrerInnen notwendig, um auch deren Schilderung der Situation zu kennen und sie in die Lösung des Problems einzubeziehen. In vielen Fällen ist zusätzlich die Unterstützung durch einer Psychologen/ Psychotherapeuten hilfreich und notwendig.
Das Kind sollte das Gefühl haben, von den Eltern verstanden und unterstützt zu werden im Sinne von „Gemeinsam werden wir eine Lösung finden, damit es dir in der Schule wieder besser geht.“ Das ist natürlich von Seiten der Eltern mit einem gewissen Aufwand verbunden, doch hier liegt die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder.

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