Nach der hervorragenden Leistung von Robert Allmer im gestrigen Match Österreich : Portugal vermute ich, dass er wohl als Tormann "überdurchschnittlich begabt" ist.
Wie wäre das Match wohl ausgegangen, wenn ihm seine Trainer immer wieder gesagt hätten: "Tut uns leid, aber du musst dich an die mittelmäßigen Fußballer anpassen, wir können für dich kein besonderes Training machen."
Genau das hören viele intellektuell überdurchschnittlich begabte Kinder Tag aus Tag ein von ihren Lehrern....
Alles rund um Psychologie, Kreativität, Mal- und Gestaltungstherapie, Hochbegabung, Leben mit Kindern.
Sonntag, 19. Juni 2016
Donnerstag, 2. Juni 2016
Wie schwer dürfen Maturaaufgaben sein?
Nicht nur in Österreich sondern auch in Deutschland ein Thema: Wie schwierig dürfen Mathematik-Maturaaufgaben sein? In Österreich haben ja nach der Zentralmatura 40% der befragten SchülerInnen angeben, dass sie fürchten, die Matura nicht geschafft zu haben.
So viele dürften es nach dem Bekanntwerden der ersten Ergbnisse nicht sein, aber die Mathematura dürfte tatsächlich schlechter ausfallen als im Vorjahr (http://derstandard.at/2000037553547/AHS-Direktorensprecher-will-sachliche-Matura-Diskussion).
Der Artikel des Deutschlandfunks wirft einige generelle Fragen auf:
- Wie mathematisch darf die Mathematura sein - d.h. darf reine Mathematik abgefragt werden oder müssen die Beispiele alle (mehr oder weniger krampfhaft) in einen praktischen Anwendungskontext eingebunden sein?
- Wie kann man mit unterschiedlichen Beispielen gewährleisten, dass der Schwierigkeitsgrad von Jahr zu Jahr gleich bleibt?
- Und letztendlich die entscheidende Frage: Was sollen junge Menschen, die ihr Matura in der Tasche haben, in Matehmatik können und wissen? bzw. welche mathematischen Kenntnisse sind an der Universität notwendig? Folgt man der Argumentation des Artikels, scheint es hier zu hapern... Was dann den Wert und Sinn der Matura deutlich schmälert. Denn eigentlich sollte die MaturantInnen doch befähigt sein, ein Studium erfolgreich zu verfolgen. Das wäre der Sinn und Zweck - und nicht die Anhebung bestimmter statistischer Kennzahlen ;).
http://www.deutschlandfunk.de/abitur-pruefungen-schwierigkeitsgrad-ist-in-den-letzten.680.de.html?dram%3Aarticle_id=355377
PS: Die österreichischen Maturaaufgaben (der letzten Jahre) kann man hier nachlesen: https://www.bifie.at/downloads
So viele dürften es nach dem Bekanntwerden der ersten Ergbnisse nicht sein, aber die Mathematura dürfte tatsächlich schlechter ausfallen als im Vorjahr (http://derstandard.at/2000037553547/AHS-Direktorensprecher-will-sachliche-Matura-Diskussion).
Der Artikel des Deutschlandfunks wirft einige generelle Fragen auf:
- Wie mathematisch darf die Mathematura sein - d.h. darf reine Mathematik abgefragt werden oder müssen die Beispiele alle (mehr oder weniger krampfhaft) in einen praktischen Anwendungskontext eingebunden sein?
- Wie kann man mit unterschiedlichen Beispielen gewährleisten, dass der Schwierigkeitsgrad von Jahr zu Jahr gleich bleibt?
- Und letztendlich die entscheidende Frage: Was sollen junge Menschen, die ihr Matura in der Tasche haben, in Matehmatik können und wissen? bzw. welche mathematischen Kenntnisse sind an der Universität notwendig? Folgt man der Argumentation des Artikels, scheint es hier zu hapern... Was dann den Wert und Sinn der Matura deutlich schmälert. Denn eigentlich sollte die MaturantInnen doch befähigt sein, ein Studium erfolgreich zu verfolgen. Das wäre der Sinn und Zweck - und nicht die Anhebung bestimmter statistischer Kennzahlen ;).
http://www.deutschlandfunk.de/abitur-pruefungen-schwierigkeitsgrad-ist-in-den-letzten.680.de.html?dram%3Aarticle_id=355377
PS: Die österreichischen Maturaaufgaben (der letzten Jahre) kann man hier nachlesen: https://www.bifie.at/downloads
Mittwoch, 11. Mai 2016
„Ich kann kein Mathe“ beginnt schon in der Volksschule
In der Volksschule Mathematik zu unterrichten, ist sicherlich eine Herausforderung. In diesem Fach wird besonders deutlich, was wohl auch für die anderen Fächer gilt: Die Kinder sind unterschiedlich. Die eine verstehen schnell, die anderen brauchen mehr Übung - und einige wenige haben besondere Probleme mit dem Verständnis.
Doch der Lehrer muss diese Kinder alle „unter einen Hut bringen“, der Unterricht soll für alle Kinder geeignet sein. Das wäre wohl nur über einen differenzierten Unterricht zu erreichen... der ist zwar im Lehrplan verankert, wird aber leider nicht in allen Klassen umgesetzt.
So passiert es leider immer wieder, dass Kinder schon in der Volksschule die Freude an der Mathematik verlieren - dieses Risiko haben sowohl die besonders begabten Kinder, denen bei den Wiederholungen dessen, was sie längst verstanden haben, langweilig wird als auch die schwächeren Kinder.
Auch die Einstellung des Lehrers zu seinem Fach ist nicht unwesentlich - aber das muss man differenziert betrachten: Mag der Volksschullehrer Mathe, wird sein Unterricht eher interessant sein und auch die begabten Kinder ansprechen. Oder aber: Ist der Lehrer mathematisch begabt, kann er die Verständnisschwierigkeiten mancher Kinder vielleicht nicht nachvollziehen.
Ein Lehrer, der Mathe nicht mag (und Volksschullehrer müssen alle Fächer unterrichten), wird aber mit Sicherheit kein positives Vorbild sein.
Interessant auch die Überlegung, dass in den Volksschule hauptsächlich Rechnen aber kaum Mathematik unterrichtet wird. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen: Stunden- und tagelang wird z.B. dividieren geübt, aber wenn man nachfragt, was das eigentlich bedeutet, herrscht Ratlosigkeit.
Das ist schade, denn gerade die Erkenntnis der „tieferen Zusammenhänge“ fördert das Verständnis und damit die Freude an der Mathematik.
Und wenn ein Kind schon in der Volksschule beschließt, Mathematik nicht zu mögen wird es mit ziemlicher Sicherheit ein Kind werden, das früher oder später Mathematik auch nicht kann.
Artikel "Warum wir Mathematik doch brauchen"
Dienstag, 3. Mai 2016
"Klüger als der Rest" - Interview mit hochbegabtem Erwachsenen
Trotz einiger Klischees - zu denen Heinrich Siemens mit einem Augenzwinkern steht, was ihn sehr sympathisch macht - ein Beispiel eines positiven Artikels zu Hochbegabung bei Erwachsenen.
Bei mir hängen geblieben ist der Satz: „Hochbegabte würden immer auffallen, ist sich Siemens sicher: entweder als unterfordert oder fälschlicherweise als überfordert.“
Dem würde ich so nicht zustimmen: Ich glaube, dass es durchaus hochbegabte Schüler gibt, die niemals wirklich auffallen. Sie zählen vielleicht zu den Klassenbesten, fallen aber nicht durch kreative Problemlösungen oder ein Wissen, das weit über das Klassenniveau geht, auf. Sie machen, was zu machen ist, um sehr gute Noten zu bekommen, sind aber auch sehr angepasst.
Oder aber, sie liegen notenmäßig im Mittelfeld und keinem - weder Lehrern noch Eltern - kommt der Gedanke, dass sie hochbegabt sein könnten. Vor allem hochbegabte Mädchen können wahre Meisterinnen der Anpassung werden und ihre Begabungen verstecken, nur um nicht aufzufallen.
Aber auch wenn sie nicht depressiv oder sichtbar unglücklich sind (manche hochbegabte Mädchen sind das): Anpassung hat ihren Preis und sein Potential nicht ausleben zu können, hinterlässt Spuren und macht (zumindest latent) unzufrieden.
Außerdem haben diese angepassten Mädchen wahrscheinlich ein hohes Risiko, sich auch als Erwachsene unzufrieden und diffus unglücklich zu fühlen...
Donnerstag, 28. April 2016
Regentropfen - mal wieder was Kreatives!
Nach einem Handyfoto entstanden diese beiden Bilder - das finde ich persönlich kreativer und entspannender als diese Malbücher für Erwachsene, die jetzt voll im Trend sind.
![]() |
| Tuschestift, A4 |
Montag, 25. April 2016
Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung.
James T. Webb: Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung. Ein Ratgeber für Fachpersonen und Betroffene.
ISBN: 978-3-456-85365-9
Ganz zu Anfang: Webb bezeichnet Hochbegabung als Diagnose, daher der Begriff „Doppeldiagnose“ = Hochbegabung plus andere Diagnose. Das entspricht nicht meiner Auffassung, denn Hochbegabung muss glücklicherweise nicht zwingend eine Einschränkung sein (dazu wird sie erst, wenn das Umfeld nicht passt).
Das Buch ist sehr logisch aufgebaut: Es werden die häufigsten Diagnosen im Kindes- und Jugendalter besprochen und für jedes Störungsbild werden die wichtigsten Auffälligkeiten besprochen. Diese „Auffälligkeiten“ werden in einem zweiten Schritt unter dem Aspekt der Hochbegabung betrachtet. Dabei wird sichtbar, dass manche Verhaltensweisen, die bei hochbegabten Kindern typisch sind, in „gefährlicher Nähe“ zu dem stehen, was das DSM-IV-TR als „Auffälligkeit“ betrachtet. Zum Beispiel kann die Versunkenheit eines hochbegabten Kindes in eine interessante Tätigkeit als Störung der Aufmerksamkeit gesehen werden oder die motorische Aktivität als Hyperaktivität (obwohl das Kind nur mit den Beinen zappelt, weil es sich langweilt).
Grundsätzlich geht Webb davon aus, dass sich Hochbegabung und psychische Störung nicht ausschließen, dass aber oft Verhaltensweisen, die für Hochbegabung typisch sind, fälschlicherweise als Symptome einer Störung gesehen werden (= Fehldiagnosen), weil im diagnostischen Prozess der IQ-Test fehlt. Oder die Fachperson nicht über Hochbegabung Bescheid weiß.
Als Entscheidungskriterium führt Webb immer wieder die „persönliche Beeinträchtigung“ an - nach dem Motto: Wenn die betroffene Person sich nicht selbst beeinträchtigt fühlt, dann ist es keine psychische Störung. Das ist sehr wichtig, denn soll das Verhalten des Kindes geändert werden, weil es das Umfeld - und nicht das Kind selbst - belastet. Hier sagt Webb ganz klar, dass dieses Vorgehen falsch ist: Hier muss sich das Umfeld an das Kind anpassen.
Wichtig ist auch, dass beim diagnostischen Prozess abgeklärt wird, in welchen Situationen das „auffällige Verhalten“ auftritt, denn nur so kann geklärt werden, ob es nur eine normale Reaktion auf nicht passende Umweltbedingungen ist.
Das Buch beschränkt sich auf die Beschreibung und Erklärung der „Störungsbilder“ und auf ihrer Abgrenzung zur „normalen Hochbegabung“. Diesem Anspruch wird es voll und ganz gerecht. Wer Handlungsvorschläge oder Tipps zum Umgang mit hochbegabten Kindern sucht, wird hingegen enttäuscht werden.
PS: Zum Teil wirkt der Text ein bisschen amerikanisch - ständig ist die Rede von Hochbegabtenprogrammen der jeweiligen Schule und von Anpassung des Bildungsprogramms. So al ob das in den USA gang und gäbe wäre. Ob es tatsächlich so ist, kann ich nicht beurteilen. Wenn ja, dann sind sie uns hier um einiges voraus ;-).
Mittwoch, 30. März 2016
Auf der Suche nach hochbegabten SchülerInnen
Es scheint auch im österreichischen Schulsystem noch Hoffnung zu geben - zumindest in Oberösterreich: Dort ist man aktiv auf der Suche nach hochbegabten SchülerInnen, und zwar schon in der 2. Klasse Volksschule. Alle Kinder, bei welchen eine Hochbegabung vermutet wird, können ohne großen Aufwand an einem Intelligenztest teilnehmen. Und alle hochbegbten Kinder bekommen so die Chance auf angemessene Förderung.
Wenn es in Oberösterreich funktioniert, wieso gibt es das Modell dann nicht in allen Bundesländern? Das wäre ein wirklicher Fortschritt im Schulsystem und würde Kindern und Eltern viele Schwierigkeiten ersparen.
http://diepresse.com/home/bildung/schule/4955885/Talente_Auf-der-Suche-nach-Hochbegabten-
Wenn es in Oberösterreich funktioniert, wieso gibt es das Modell dann nicht in allen Bundesländern? Das wäre ein wirklicher Fortschritt im Schulsystem und würde Kindern und Eltern viele Schwierigkeiten ersparen.
http://diepresse.com/home/bildung/schule/4955885/Talente_Auf-der-Suche-nach-Hochbegabten-
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