In diesem Sinne bin ich auch gerne "altmodisch" - so wie Konrad Paul Liesmann:
"Bildung hat für mich – vielleicht bin ich da altmodisch – viel mit
Mündigkeit, Freiheit, Urteilskraft, Belesenheit, Geschichtsbewusstsein,
sprachlicher Sorgfalt und Genauigkeit, moralischer Sensibilität und
ästhetischem Geschmack zu tun."
Würde man die diversen Reformen an dieser Grundeinstellung ausrichten, hätten sie wohl deutlich mehr Erfolg dabei, die "heutigen" SchülerInnen auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten!
Weitere gute Ideen sind nachzulesen im Artikel aus dem Kurier.
Alles rund um Psychologie, Kreativität, Mal- und Gestaltungstherapie, Hochbegabung, Leben mit Kindern.
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Montag, 18. September 2017
Freitag, 21. Oktober 2016
Minimalisten - das deutsche Wort für Underachiever
Alles richtig, was Fabian Grolimund (Schweizer Psychologe und Autor) in seinem Artikel "Mein Kind ist ein Minimalist!" schreibt.
V.a. in der Denkweise «Ich gebe immer nur halbe Kraft – dann kann ich mir sagen, dass ich eigentlich noch viel mehr gekonnt hätte, wenn ich gewollt hätte» finde ich mich wieder... Damit muss man die Verantwortung für eventuelle Misserfolge nicht völlig übernehmen, doch man wird auch nie erfahren, zu welchen Leistungen man "eigentlich" fähig wäre - und auf was man dann wirklich stolz sein könnte.
Wichtig auch die Mahnung an die Eltern, Anstrengung zu loben und nicht Begabung und Intelligenz. Denn nur Anstrengung kann man wissentlich beeinflussen. Und Leistung setzt sich eben aus Begabung PLUS Training zusammen.
Eines fehlt mir allerdings im Artikel: das Feedback. Denn wenn ein Mensch "nur" mittelmäßige (oder sogar unterdurchschnittliche) Leistungen erbringt, dann bekommt er auch das entsprechende Feedback von seinen Mitmenschen - dern Lehrern, Chefs und Arbeitskollegen. Und diese Kommentare und Urteile prallen nicht an allen Menschen ungehört ab. Hört man ständig, dass man "nur mittelmäßig" ist, glaubt man es irgendwann wohl selbst.
Und da wieder rauszukommen und sich zu guten/ besseren/ sehr guten Leistungen zu motivieren, kann eine schwierige Aufgabe sein.
"Mein Kind ist ein Minimalist"
V.a. in der Denkweise «Ich gebe immer nur halbe Kraft – dann kann ich mir sagen, dass ich eigentlich noch viel mehr gekonnt hätte, wenn ich gewollt hätte» finde ich mich wieder... Damit muss man die Verantwortung für eventuelle Misserfolge nicht völlig übernehmen, doch man wird auch nie erfahren, zu welchen Leistungen man "eigentlich" fähig wäre - und auf was man dann wirklich stolz sein könnte.
Wichtig auch die Mahnung an die Eltern, Anstrengung zu loben und nicht Begabung und Intelligenz. Denn nur Anstrengung kann man wissentlich beeinflussen. Und Leistung setzt sich eben aus Begabung PLUS Training zusammen.
Eines fehlt mir allerdings im Artikel: das Feedback. Denn wenn ein Mensch "nur" mittelmäßige (oder sogar unterdurchschnittliche) Leistungen erbringt, dann bekommt er auch das entsprechende Feedback von seinen Mitmenschen - dern Lehrern, Chefs und Arbeitskollegen. Und diese Kommentare und Urteile prallen nicht an allen Menschen ungehört ab. Hört man ständig, dass man "nur mittelmäßig" ist, glaubt man es irgendwann wohl selbst.
Und da wieder rauszukommen und sich zu guten/ besseren/ sehr guten Leistungen zu motivieren, kann eine schwierige Aufgabe sein.
"Mein Kind ist ein Minimalist"
Dienstag, 18. Oktober 2016
(K)eine digitale Bildungskatastrophe?
Es ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen und es ist auch für alle Medien (und für viele andere menschliche Erfindungen) das gleiche Prinzip: Nicht die Sache an sich ist "schlecht/ böse" sondern die Art und Weise, wie sie von manchen Menschen verwendet wird.
Daher ist es wenig nützlich, für absolute Abstinenz zu plädieren.
Denn durch Abstinenz lernt man die richtige Verwendung ganz sicher nicht ;-).
Spannend finde ich am folgenden Text den Satz, mit dem der Gebrauch des Internets in der Schule verurteilt wird:
"Schule muss die jungen Leute von der Vorstellung abhalten, mit Hilfe moderner Medien könne man sich mühelos und punktuell die gerade gebrauchten Informationen einholen", mahnt Josef Kraus, Lobbyist der deutschen Lehrerschaft.
Ich würde nämlich meinen, dass gerade darin eine der Stärken des Internets - durchaus auch im Klassenzimmer - liegt: Schnell zu einer aktuell notwendigen Information kommen.
Ich schätze das übrigens auch immer wieder in Gesprächen mit Freunden: "Wie heißt die Brücke von Dänemark nach Schweden eigentlich und wie lang ist sie?" "Wie viele Einwohner hat Island denn genau?" - Ach schau das doch mal schnell nach!
Klar, diese Dinge stehen theoretisch auch im Lexikon - aber halt nicht in ihrer aktuellesten "Fassung" - und außerdem habe ich das ja nicht immer dabei. Und selbst wenn es zur Ausstattung der Schule gehört, dann sicher nicht in jeder Klasse ;-).
Anstatt also die Nutzung digitaler Technik - sei es als Laptop, Tablet oder Handy - zu verweigern, wäre es in meinen Augen Aufgabe der Schule, den SchülerInnen die sinnvolle Nutzung dieser Technik nah zu bringen. Natürlich nicht im Alleingang, sondern mit Unterstützung der Eltern.
So sieht das auch Margarete Hucht in ihrer Antwort auf Josef Kraus.
Daher ist es wenig nützlich, für absolute Abstinenz zu plädieren.
Denn durch Abstinenz lernt man die richtige Verwendung ganz sicher nicht ;-).
Spannend finde ich am folgenden Text den Satz, mit dem der Gebrauch des Internets in der Schule verurteilt wird:
"Schule muss die jungen Leute von der Vorstellung abhalten, mit Hilfe moderner Medien könne man sich mühelos und punktuell die gerade gebrauchten Informationen einholen", mahnt Josef Kraus, Lobbyist der deutschen Lehrerschaft.
Ich würde nämlich meinen, dass gerade darin eine der Stärken des Internets - durchaus auch im Klassenzimmer - liegt: Schnell zu einer aktuell notwendigen Information kommen.
Ich schätze das übrigens auch immer wieder in Gesprächen mit Freunden: "Wie heißt die Brücke von Dänemark nach Schweden eigentlich und wie lang ist sie?" "Wie viele Einwohner hat Island denn genau?" - Ach schau das doch mal schnell nach!
Klar, diese Dinge stehen theoretisch auch im Lexikon - aber halt nicht in ihrer aktuellesten "Fassung" - und außerdem habe ich das ja nicht immer dabei. Und selbst wenn es zur Ausstattung der Schule gehört, dann sicher nicht in jeder Klasse ;-).
Anstatt also die Nutzung digitaler Technik - sei es als Laptop, Tablet oder Handy - zu verweigern, wäre es in meinen Augen Aufgabe der Schule, den SchülerInnen die sinnvolle Nutzung dieser Technik nah zu bringen. Natürlich nicht im Alleingang, sondern mit Unterstützung der Eltern.
So sieht das auch Margarete Hucht in ihrer Antwort auf Josef Kraus.
Dienstag, 11. Oktober 2016
"Schule neu" - ein Beispiel aus Deutschland
Der Artikel zeigt, wie man mit überschaubarem Aufwand Schule "verbessern" kann. An diesem deutschen Gymnasium gibt es jeden Tag 2-3 sogenannte Dalton-Stunden: In diesen Stunden können die SchülerInnen selbstständig entscheiden, mit welchem Fach sie sich bei welchem Lehrer beschäftigen wollen. Den Rahmen dafür gibt der "Dalton-Planer" vor, in dem steht, was der Schüler in einem bestimmten Zeitraum zu lernen hat.
Mir persönlich gefällt die Möglichkeit, auch bei einem anderen Lehrer als den "angestammten Klassenlehrern" etwas nachfragen zu können. Denn ein anderer Lehrer erklärt vielleicht ein bisschen anders und dann versteht man es plötzlich ;-).
Außerdem ermöglicht dieses System - laut Artikel - mehr persönlichen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler, da Fragen eben nicht zwischen Tür und Angel beantwortet werden müssen.
Und natürlich, last but not least, lernen die SchülerInnen selbst Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen und werden dadurch selbstständiger. Also Lernen fürs Leben!
https://www.welt.de/regionales/nrw/article158626019/Hier-suchen-sich-Schueler-ihre-Lehrer-selbst-aus.html
Mir persönlich gefällt die Möglichkeit, auch bei einem anderen Lehrer als den "angestammten Klassenlehrern" etwas nachfragen zu können. Denn ein anderer Lehrer erklärt vielleicht ein bisschen anders und dann versteht man es plötzlich ;-).
Außerdem ermöglicht dieses System - laut Artikel - mehr persönlichen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler, da Fragen eben nicht zwischen Tür und Angel beantwortet werden müssen.
Und natürlich, last but not least, lernen die SchülerInnen selbst Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen und werden dadurch selbstständiger. Also Lernen fürs Leben!
https://www.welt.de/regionales/nrw/article158626019/Hier-suchen-sich-Schueler-ihre-Lehrer-selbst-aus.html
Montag, 4. Juli 2016
Einstiegslektüre zum Thema Hochbegabung: Begabte Kinder finden und fördern
Begabte Kinder finden und fördern
Ein Wegweiser für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer
Kurz und bündig hält diese Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, was sie im Titel verspricht: Sie bietet allen, die sich für das Thema Hochbegabung interessieren, einen Einstieg in das Thema. Der Text ist durchwegs so gestaltet, dass ihn auch Nicht-Fachleute - und das sind Eltern ja im allgemeinen - problemlos verstehen können.
Konkret geht es um die Frage „was ist Hochbegabung und wie kann man hochbegabte Kinder erkennen“ und um Möglichkeiten, wie Eltern, KindergartenpägadogInnen und LehrerInnen mit hochbegabten Kindern umgehen und sie in ihrer Entwicklung unterstützen können.
Neben theoretischem Grundwissen werden jeweils auch praktische Tipps gegeben. Die Broschüre eignet sich daher auch sehr gut, um sie an KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen weiterzugeben. Sie werden dort neben dem nötigen Wissen eben auch ganz praktische Ideen finden, die sie in ihrem Alltag mit dem (hoch)begabten Kind umsetzen können.
Trotz der relativen Kürze geht Broschüre auch auf spezielle Themen ein, wie z.B. Underachiever, hochbegabte Kinder mit Migrationshintergrund und - wie schon am Titelbild zu sehen - hochbegabte Mädchen.
Insgesamt ist die Sicht auf Hochbegabung eine sehr sachliche und lösungsorientierte und beschreibt damit eine Art „idealen Umgang und ein ideales (schulisches) Umfeld“. Für mich ist das eher ein Wunschdenken, da viele Eltern ganz andere Erfahrungen aus dem Schulalltag berichten. Aber grundsätzlich ist es ja gut, wenn man zumindest eine Vorstellung davon hat, was sinnvoll und wünschenswert wäre, denn dann weiß man, was man für sein (hoch)begabtes Kind einfordern kann.
Praktischer Download unter: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMBF/bmbf_begabte_kinder_finden_und_foerdern_pdf_1888.html
Dort kann man auch Druckexemplare bestellen.
Praktischer Download unter: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMBF/bmbf_begabte_kinder_finden_und_foerdern_pdf_1888.html
Dort kann man auch Druckexemplare bestellen.
Sonntag, 19. Juni 2016
Passend zur EM: Spitzensport und Begabtenförderung
Nach der hervorragenden Leistung von Robert Allmer im gestrigen Match Österreich : Portugal vermute ich, dass er wohl als Tormann "überdurchschnittlich begabt" ist.
Wie wäre das Match wohl ausgegangen, wenn ihm seine Trainer immer wieder gesagt hätten: "Tut uns leid, aber du musst dich an die mittelmäßigen Fußballer anpassen, wir können für dich kein besonderes Training machen."
Genau das hören viele intellektuell überdurchschnittlich begabte Kinder Tag aus Tag ein von ihren Lehrern....
Wie wäre das Match wohl ausgegangen, wenn ihm seine Trainer immer wieder gesagt hätten: "Tut uns leid, aber du musst dich an die mittelmäßigen Fußballer anpassen, wir können für dich kein besonderes Training machen."
Genau das hören viele intellektuell überdurchschnittlich begabte Kinder Tag aus Tag ein von ihren Lehrern....
Mittwoch, 11. Mai 2016
„Ich kann kein Mathe“ beginnt schon in der Volksschule
In der Volksschule Mathematik zu unterrichten, ist sicherlich eine Herausforderung. In diesem Fach wird besonders deutlich, was wohl auch für die anderen Fächer gilt: Die Kinder sind unterschiedlich. Die eine verstehen schnell, die anderen brauchen mehr Übung - und einige wenige haben besondere Probleme mit dem Verständnis.
Doch der Lehrer muss diese Kinder alle „unter einen Hut bringen“, der Unterricht soll für alle Kinder geeignet sein. Das wäre wohl nur über einen differenzierten Unterricht zu erreichen... der ist zwar im Lehrplan verankert, wird aber leider nicht in allen Klassen umgesetzt.
So passiert es leider immer wieder, dass Kinder schon in der Volksschule die Freude an der Mathematik verlieren - dieses Risiko haben sowohl die besonders begabten Kinder, denen bei den Wiederholungen dessen, was sie längst verstanden haben, langweilig wird als auch die schwächeren Kinder.
Auch die Einstellung des Lehrers zu seinem Fach ist nicht unwesentlich - aber das muss man differenziert betrachten: Mag der Volksschullehrer Mathe, wird sein Unterricht eher interessant sein und auch die begabten Kinder ansprechen. Oder aber: Ist der Lehrer mathematisch begabt, kann er die Verständnisschwierigkeiten mancher Kinder vielleicht nicht nachvollziehen.
Ein Lehrer, der Mathe nicht mag (und Volksschullehrer müssen alle Fächer unterrichten), wird aber mit Sicherheit kein positives Vorbild sein.
Interessant auch die Überlegung, dass in den Volksschule hauptsächlich Rechnen aber kaum Mathematik unterrichtet wird. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen: Stunden- und tagelang wird z.B. dividieren geübt, aber wenn man nachfragt, was das eigentlich bedeutet, herrscht Ratlosigkeit.
Das ist schade, denn gerade die Erkenntnis der „tieferen Zusammenhänge“ fördert das Verständnis und damit die Freude an der Mathematik.
Und wenn ein Kind schon in der Volksschule beschließt, Mathematik nicht zu mögen wird es mit ziemlicher Sicherheit ein Kind werden, das früher oder später Mathematik auch nicht kann.
Artikel "Warum wir Mathematik doch brauchen"
Dienstag, 3. Mai 2016
"Klüger als der Rest" - Interview mit hochbegabtem Erwachsenen
Trotz einiger Klischees - zu denen Heinrich Siemens mit einem Augenzwinkern steht, was ihn sehr sympathisch macht - ein Beispiel eines positiven Artikels zu Hochbegabung bei Erwachsenen.
Bei mir hängen geblieben ist der Satz: „Hochbegabte würden immer auffallen, ist sich Siemens sicher: entweder als unterfordert oder fälschlicherweise als überfordert.“
Dem würde ich so nicht zustimmen: Ich glaube, dass es durchaus hochbegabte Schüler gibt, die niemals wirklich auffallen. Sie zählen vielleicht zu den Klassenbesten, fallen aber nicht durch kreative Problemlösungen oder ein Wissen, das weit über das Klassenniveau geht, auf. Sie machen, was zu machen ist, um sehr gute Noten zu bekommen, sind aber auch sehr angepasst.
Oder aber, sie liegen notenmäßig im Mittelfeld und keinem - weder Lehrern noch Eltern - kommt der Gedanke, dass sie hochbegabt sein könnten. Vor allem hochbegabte Mädchen können wahre Meisterinnen der Anpassung werden und ihre Begabungen verstecken, nur um nicht aufzufallen.
Aber auch wenn sie nicht depressiv oder sichtbar unglücklich sind (manche hochbegabte Mädchen sind das): Anpassung hat ihren Preis und sein Potential nicht ausleben zu können, hinterlässt Spuren und macht (zumindest latent) unzufrieden.
Außerdem haben diese angepassten Mädchen wahrscheinlich ein hohes Risiko, sich auch als Erwachsene unzufrieden und diffus unglücklich zu fühlen...
Donnerstag, 28. April 2016
Regentropfen - mal wieder was Kreatives!
Nach einem Handyfoto entstanden diese beiden Bilder - das finde ich persönlich kreativer und entspannender als diese Malbücher für Erwachsene, die jetzt voll im Trend sind.
![]() |
| Tuschestift, A4 |
Mittwoch, 30. März 2016
Auf der Suche nach hochbegabten SchülerInnen
Es scheint auch im österreichischen Schulsystem noch Hoffnung zu geben - zumindest in Oberösterreich: Dort ist man aktiv auf der Suche nach hochbegabten SchülerInnen, und zwar schon in der 2. Klasse Volksschule. Alle Kinder, bei welchen eine Hochbegabung vermutet wird, können ohne großen Aufwand an einem Intelligenztest teilnehmen. Und alle hochbegbten Kinder bekommen so die Chance auf angemessene Förderung.
Wenn es in Oberösterreich funktioniert, wieso gibt es das Modell dann nicht in allen Bundesländern? Das wäre ein wirklicher Fortschritt im Schulsystem und würde Kindern und Eltern viele Schwierigkeiten ersparen.
http://diepresse.com/home/bildung/schule/4955885/Talente_Auf-der-Suche-nach-Hochbegabten-
Wenn es in Oberösterreich funktioniert, wieso gibt es das Modell dann nicht in allen Bundesländern? Das wäre ein wirklicher Fortschritt im Schulsystem und würde Kindern und Eltern viele Schwierigkeiten ersparen.
http://diepresse.com/home/bildung/schule/4955885/Talente_Auf-der-Suche-nach-Hochbegabten-
Samstag, 5. März 2016
Späterkannte hochbegabte Erwachsene
Hier ein interessanter Artikel über Erwachsene, deren Hochbegabung in ihrer Kindheit nicht erkannt wurde. Ganz verschiedene Lebenswege werden erzählt, denen doch eines gemeinsam ist: ein Unbehagen mit sich selbst, ein Gefühl des Andersseins.
In diesen Lebensgeschichten war der Intelligenztest ein Wendepunkt, so wie Robert schildert: "Seit Robert weiß, dass er überdurchschnittlich intelligent ist, kann er für sich selbst mehr Verständnis und Milde aufbringen und hat eine größere Selbstsicherheit erlangt. "Die Diagnose hat Klarheit in die Frage gebracht, warum ich so deutlich anders denke als die meisten Leute in meinem Umfeld", sagt er. Vieles in seiner Vergangenheit kann er nun in einem anderen Licht sehen. Gleichzeitig gibt ihm das Ergebnis ein größeres Vertrauen, was seine "verrückten" Ideen betrifft – und es spornt ihn an, seine Trägheit zu überwinden."
Auch die Erfahrung einer Underachieverin finde ich wichtig, denn hier sieht man, welche negativen Auswirkungen die nicht erkannte Hochebgabung haben kann: "So erging es Jacqueline. Was sie eigentlich wollte, wusste sie irgendwann nicht mehr. Sie fühlte sich nur zutiefst verunsichert und traute sich nichts zu. Heute erklärt sie sich das so: "Ich hatte mein Gehirn auf 'Überlebensmodus' heruntergefahren." Sie sah nicht mehr nach links und rechts, lernte nichts mehr und interessierte sich nicht für Politik und auch nicht für andere Themen. Sie erinnert sich: "Ich hatte überhaupt kein Allgemeinwissen und konnte mich an keinem Gespräch mehr beteiligen." Sprach sie jemand an oder versuchte sie sich auf etwas zu konzentrieren, hatte sie immer wieder "Aussetzer" und bekam ihre Gedanken nicht in den Griff."
Trotz kritischem Blick auf Intelligenztests - sie messen nur bestimmte Bereiche der Intelligenz und das Ergebnis hängt von der Tagesverfassung ab - ein Plädoyer fürs Testen, auch nach der Schulzeit.
http://www.morgenpost.de/familie/article207118519/Wie-von-einem-anderen-Stern.html
In diesen Lebensgeschichten war der Intelligenztest ein Wendepunkt, so wie Robert schildert: "Seit Robert weiß, dass er überdurchschnittlich intelligent ist, kann er für sich selbst mehr Verständnis und Milde aufbringen und hat eine größere Selbstsicherheit erlangt. "Die Diagnose hat Klarheit in die Frage gebracht, warum ich so deutlich anders denke als die meisten Leute in meinem Umfeld", sagt er. Vieles in seiner Vergangenheit kann er nun in einem anderen Licht sehen. Gleichzeitig gibt ihm das Ergebnis ein größeres Vertrauen, was seine "verrückten" Ideen betrifft – und es spornt ihn an, seine Trägheit zu überwinden."
Auch die Erfahrung einer Underachieverin finde ich wichtig, denn hier sieht man, welche negativen Auswirkungen die nicht erkannte Hochebgabung haben kann: "So erging es Jacqueline. Was sie eigentlich wollte, wusste sie irgendwann nicht mehr. Sie fühlte sich nur zutiefst verunsichert und traute sich nichts zu. Heute erklärt sie sich das so: "Ich hatte mein Gehirn auf 'Überlebensmodus' heruntergefahren." Sie sah nicht mehr nach links und rechts, lernte nichts mehr und interessierte sich nicht für Politik und auch nicht für andere Themen. Sie erinnert sich: "Ich hatte überhaupt kein Allgemeinwissen und konnte mich an keinem Gespräch mehr beteiligen." Sprach sie jemand an oder versuchte sie sich auf etwas zu konzentrieren, hatte sie immer wieder "Aussetzer" und bekam ihre Gedanken nicht in den Griff."
Trotz kritischem Blick auf Intelligenztests - sie messen nur bestimmte Bereiche der Intelligenz und das Ergebnis hängt von der Tagesverfassung ab - ein Plädoyer fürs Testen, auch nach der Schulzeit.
http://www.morgenpost.de/familie/article207118519/Wie-von-einem-anderen-Stern.html
Dienstag, 1. März 2016
Kommt die Deutsch-Pflicht an den oberösterreichischen Schulen?
Die blau-schwarze Landesregierung in Oberösterreich scheint unbelehrbar zu sein: Im Herbst hatte man die Idee geboren, an den oberösterreichischen Schulen eine „Deutsch-Pflicht“ einzuführen, also die Verpflichtung, dass auch in den Pausen nur deutsch gesprochen werden dürfe.
Dieses Vorhaben scheiterte am Veto des Bildungsministerium, das diesen Plan für gesetzeswidrig - weil im Widerspruch zu Menschenrechten und Verfassung - hält.
Außerdem sprechen sich renommierte Sprachforscher dagegen aus, weil Zwang und Angst logischerweise nicht förderlich für den Spracherwerb sind.
Doch in Oberösterreich gibt man so leicht nicht auf: Gestern wurde vom LSR ein „Mustertext“ an alle Schulen verschickt, mit der Empfehlung, diesen Text in die jeweilige Hausordnung aufzunehmen. Da ja eine Pflicht nicht durchzusetzen ist, heißt es in etwa „Wir wollen auch außerhalb des Unterrichts deutsch miteinander sprechen.“ Da sich das im Schulalltag eh nicht vermeiden lässt - erstens sprechen alle österreichischen Kinder deutsch miteinander und zweitens ist deutsch die einzige Sprache, in der sich ein „Flüchtlingskind“ mit seinen österreichischen Schulkameraden unterhalten kann - ist das vollkommen unnötig und sinnlos.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Schulen dieses Ansinnen ablehnen werden - es muss nämlich vom Schulforum in jeder einzelnen Schule entschieden werden, ob diese Empfehlung in die Schulordnung aufgenommen wird.
http://derstandard.at/2000031923592/Deutschpflicht-an-Schulen-Formulierung-fuer-Hausordnung-ausgeschickt?ref=rec
Dieses Vorhaben scheiterte am Veto des Bildungsministerium, das diesen Plan für gesetzeswidrig - weil im Widerspruch zu Menschenrechten und Verfassung - hält.
Außerdem sprechen sich renommierte Sprachforscher dagegen aus, weil Zwang und Angst logischerweise nicht förderlich für den Spracherwerb sind.
Doch in Oberösterreich gibt man so leicht nicht auf: Gestern wurde vom LSR ein „Mustertext“ an alle Schulen verschickt, mit der Empfehlung, diesen Text in die jeweilige Hausordnung aufzunehmen. Da ja eine Pflicht nicht durchzusetzen ist, heißt es in etwa „Wir wollen auch außerhalb des Unterrichts deutsch miteinander sprechen.“ Da sich das im Schulalltag eh nicht vermeiden lässt - erstens sprechen alle österreichischen Kinder deutsch miteinander und zweitens ist deutsch die einzige Sprache, in der sich ein „Flüchtlingskind“ mit seinen österreichischen Schulkameraden unterhalten kann - ist das vollkommen unnötig und sinnlos.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Schulen dieses Ansinnen ablehnen werden - es muss nämlich vom Schulforum in jeder einzelnen Schule entschieden werden, ob diese Empfehlung in die Schulordnung aufgenommen wird.
http://derstandard.at/2000031923592/Deutschpflicht-an-Schulen-Formulierung-fuer-Hausordnung-ausgeschickt?ref=rec
Montag, 29. Februar 2016
Vernichtendes Urteil über die Studenten: Leseschwach und verantwortungsscheu
Obwohl ich es natürlich nicht objetkiv beurteilen kann - meine eigene Studienzeit liegt 20 Jahr zurück und die meiner Kinder hat noch nicht begonnen - gefällt mir dieser Artikel ausgesprochen gut:
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/ein-professor-beklagt-schwache-studienanfaenger-14078432.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
Er beschreibt nämlich ein Phänomen, das ich in der heutigen Bildung(spolitik) immer wieder wahrnehme: Der Mut zur Bildung geht verloren. Oder genauer gesagt: Der Mut dazu, es auszuhalten, dass nicht alles schnell und einfach zu vermitteln ist, dass nicht alles schnell und einfach zu verstehen ist.
Doch genau das wird anscheinend an Schulen vermittelt: "Bildung in Häppchen", die dann häppchenweise abgefragt und häppchenweise vergessen werden. Da geht der "lange Atem", aber auch die Lust, am tieferen Verstehen wollen verloren.
Und Verantwortung für das eigene Lernen wird einem an den meisten Schulen sowieso abgewöhnt. Was zählt, ist die Anpassung an das vorgegebenes Tempo und Inhalte.
Und lesen können "die jungen Leute" nicht, weil ihnen auch hier alles häppchenweise vorgesetzt wird. Wann wird den schon gefordert, dass sie einen seiten- oder bücherlangen Text selbstständig lesen und verstehen? Nicht mal im Gymnasium. Dann darf man sich nicht wundern, wenn sie es an der Uni nicht können.
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/ein-professor-beklagt-schwache-studienanfaenger-14078432.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
Er beschreibt nämlich ein Phänomen, das ich in der heutigen Bildung(spolitik) immer wieder wahrnehme: Der Mut zur Bildung geht verloren. Oder genauer gesagt: Der Mut dazu, es auszuhalten, dass nicht alles schnell und einfach zu vermitteln ist, dass nicht alles schnell und einfach zu verstehen ist.
Doch genau das wird anscheinend an Schulen vermittelt: "Bildung in Häppchen", die dann häppchenweise abgefragt und häppchenweise vergessen werden. Da geht der "lange Atem", aber auch die Lust, am tieferen Verstehen wollen verloren.
Und Verantwortung für das eigene Lernen wird einem an den meisten Schulen sowieso abgewöhnt. Was zählt, ist die Anpassung an das vorgegebenes Tempo und Inhalte.
Und lesen können "die jungen Leute" nicht, weil ihnen auch hier alles häppchenweise vorgesetzt wird. Wann wird den schon gefordert, dass sie einen seiten- oder bücherlangen Text selbstständig lesen und verstehen? Nicht mal im Gymnasium. Dann darf man sich nicht wundern, wenn sie es an der Uni nicht können.
Montag, 18. Januar 2016
Helikoptereltern erobern die Uni!
Ich weiß ja nicht, wie das die jungen Menschen heute sehen, aber ich
hätte mich in Grund und Boden geschämt, wenn meine Mutter auf der Uni
aufgetaucht wäre. Und dass ELTERN - egal ob mit oder ohne "Kind" - in
der Sprechstunde eines Uni-Professors auftauchen, finde ich nur absurd.
Lasst eure "Kinder" los, die haben nämlich ein Recht darauf und erzieht sie so, dass sie mit spätestens 18 Jahren die Verantwortung für ihr Leben übernehmen können.
Das ist nämlich eine gute Erziehung - und nicht, die "Kinder" ewig zu bevormunden.
Dazu der Artikel aus der FAZ: Achtung, Elternalarm!
Lasst eure "Kinder" los, die haben nämlich ein Recht darauf und erzieht sie so, dass sie mit spätestens 18 Jahren die Verantwortung für ihr Leben übernehmen können.
Das ist nämlich eine gute Erziehung - und nicht, die "Kinder" ewig zu bevormunden.
Dazu der Artikel aus der FAZ: Achtung, Elternalarm!
Freitag, 15. Januar 2016
Wer ist für die erfolgreiche Absolvierung des Studiums verantwortlich: Student oder Uni?
Ich wundere mich immer wieder: Auch das wäre zu meiner Studienzeit (ist
schon ein bisserl her ;-)) ganz klar gewesen: Wer nicht die notwendigen
Leistungen erbringt (weil er nicht die nötigen Kompetenzen für sein
Studium hat) wird "rausgeprüft".
Und zwar ganz ohne Vorwarnung und Beratungsgespräche.
Jetzt geht das anscheinend nicht mehr, weil man dann das gesetzte Ziel - eine Steigerung der Akademikerquote - verfehlt.
Jetzt wird begleitet und beraten, und den Studenten werden z.T. in der Studieneingangsphase die Grundkompetenzen für ihre Studium beigebracht. In Psychologie heißt das z.B. Supervised Orientation Tutorien.
Keine Frage, einige wenige Studenten brauchen (aus welchen Gründen auch immer) persönliche Beratung und Begleitung. Aber die Mehrheit sollte in der Lage sein, sein Studium selbst in die Hand zu nehmen und zu organisieren. Und sich eventuelle fehlende fachliche Kenntnisse selbstständig anzueignen.
Studenten, werdets erwachsen!
Dazu der Artikel aus der FAZ: Überforderte Studenten
Und zwar ganz ohne Vorwarnung und Beratungsgespräche.
Jetzt geht das anscheinend nicht mehr, weil man dann das gesetzte Ziel - eine Steigerung der Akademikerquote - verfehlt.
Jetzt wird begleitet und beraten, und den Studenten werden z.T. in der Studieneingangsphase die Grundkompetenzen für ihre Studium beigebracht. In Psychologie heißt das z.B. Supervised Orientation Tutorien.
Keine Frage, einige wenige Studenten brauchen (aus welchen Gründen auch immer) persönliche Beratung und Begleitung. Aber die Mehrheit sollte in der Lage sein, sein Studium selbst in die Hand zu nehmen und zu organisieren. Und sich eventuelle fehlende fachliche Kenntnisse selbstständig anzueignen.
Studenten, werdets erwachsen!
Dazu der Artikel aus der FAZ: Überforderte Studenten
Montag, 11. Januar 2016
Aufgabe der Schule: Wissen vermitteln und Persönlichkeit bilden
Ausgehend von den letztens hier besprochenen Bildungsplänen der Industriellenvereinigung (Nach der Reform ist vor der nächsten Reform) stelle ich mir - wieder einmal - die Frage, was Schule unseren Kindern beibringen soll. Oder: Wie unsere Kinder sein sollen, wenn sie aus der Schule ins Leben entlassen werden.
Was mir dabei persönlich wichtig ist, ist die Balance zwischen Wissen und Persönlichkeit: Auf der einen Seite dient Schule ohne Frage der Vermittlung von Grundkenntnissen in verschiedenen Bereichen. Hier spielt sie die Rolle eines „Türöffners“, der SchülerInnen mit unterschiedlichen Bereichen in Kontakt bringt und ihnen jeweils ein gewisses Grundlagenwissen vermittelt. Dieses Wissen ist meiner Meinung nach wichtig, um sich in der Welt zurechtzufinden und sich als historischen und politischen Menschen in den entsprechenden Zusammenhängen zu begreifen. Und dazu gehören für mich auch Fächer wie Geschichte, Geografie und Religion.
Auch die sogenannten kreativen Fächer - also Musik, Werken und Bildnerische Erziehung - ermöglichen den SchülerInnen Erfahrungen zu sammeln, die sonst in dieser Form nicht allen zugänglich wären. Außerdem ermöglicht ein Basiswissen auch hier ein besseres Verständnis der musikalischen und bildnerischen Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen.
Die kreativen Fächer dienen aber, neben der Wissensvermittlung, auch der „Selbsterfahrung“: Die SchülerInnen können hier - wenn der Unterricht gut gestaltet ist - in Kontakt mit ihrer individuellen Kreativität kommen und sich als „Schaffende“ erleben.
Diese persönlichkeitsbildende Aufgabe fällt aber eigentlich allen LehrerInnen zu: In meiner Vorstellung vom Schulsystem (der Zukunft) sind sie nicht nur Wissensvermittler - und die meisten LehrerInnen würden wohl die Unterstellung, dass ihre einzige Aufgabe die Vermittlung und das Abprüfen festgelegter Inhalte ist, sowieso heftig von sich weisen. Neben der Vermittlung des Lernstoffes sind sie ständig auch ein Vorbild für die Kinder: Wie sie mit ihren SchülerInnen umgehen, wie sie mit ihren Kollegen umgehen, welchen Kommunikations- und Diskussionsstil sie pflegen, wie viel sie ihren SchülerInnen zutrauen, wie sie mit eigenen Fehlern umgehen usw.
Wenn LehrerInnen aber auch eine entscheidende Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung ihrer SchülerInnen haben - und diese Rolle fällt ihnen schon allein durch die vielen Stunden zu, die sie mit den SchülerInnen verbringen - dann sollte man LehrerInnen auch dafür ausbilden.
PS: Eine umfassende Bildung der Persönlichkeit ist m.E. übrigens nur in Verbindung mit einer umfassenden Wissensvermittlung notwendig, denn schließlich braucht der Geist „Input“, aus dem er lernen kann und an dem er sich erproben kann. So vermittelt z.B. jedes literarische Werk Einblick in die Sichtweise, das Erleben eines anderen Menschen.
Donnerstag, 7. Januar 2016
Nach der Reform ist vor der nächsten Reform
Grundsätzlich kann ich dem Vorschlag der Industriellenvereingung zur Einführung neuer Schulfächer durchaus etwas abgewinnen. Die Zusammenlegung der Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Werken zu einem neuen Fach „Science and technology“ kann Sinn machen - „fächerübergreifende Projekte“ sind deutlich einfacher zu organisieren, es wird vermieden, dass SchülerInnen die gleichen Inhalte (z.B. den Aufbau des Atoms) mehrmals in unterschiedlichen Fächern lernen, Mathematik ist bei der Auswertung verschiedener Experimente von großem Nutzen...
Auch die Einführung eines gänzlichen neuen Faches „Demokratie, Werte, Ethik“ eröffnet in einer pluralistischen Gesellschaft vielversprechende Perspektiven - die natürlich nur dann tragfähig sein können, wenn Inhalte entsprechend ausgewählt und LehrerInnen dafür ausgebildet werden. Denn gerade in diesem Fach wird Kommunikation und Diskussion sowie das Zulassen von Werte- und Meinungsvielfalt gefragt sein - alles nicht gerade Schwerpunkte der pädagogischen Ausbildung und daher auch nicht die Highlights an unseren Schulen (rühmliche Ausnahmen gibt es immer). Auch ein Mehr an wirtschaftlicher Bildung würde den österreichischen SchülerInnen nicht schaden - auch wenn ich persönlich bezweifle, dass das Wirtschaftssystem noch sehr lange auf der Grundlage von ständigem Wachstum weiter funktionieren kann..
Weniger erfreulich die andere Seite der Medaille: Um diese neuen Ideen zu verwirklichen, muss logischerweise der Lehrplan „ausgemistet“ und von sogenanntem totem Wissen befreit werden. Welche Fächer bzw. welche Inhalte damit gemeint sein könnten, darüber schweigt der Vorstoß der IV bislang noch. Es gibt sogar ein Bekenntnis zur Allgemeinbildung, die „durchaus notwendig sei“.
Man kann sich aber relativ leicht ausrechnen, welche Fächer aus der Sicht der IV besonders viel „Unnützes“ bergen (weil ihre Inhalte in der Wirtschaft nicht direkt zu verwerten sind): Bildnerische Erziehung, Musik, Geografie, Geschichte, auch der Sprachunterricht kann deutlich gekürzt werden, wenn man „alles Literarische“ weglässt.
Das ist schade und geht aus meiner Sicht am Wesentlichen vorbei: Gerade die Vielfalt des Wissens, mit dem unsere SchülerInnen während ihrer Schulzeit konfrontiert werden, öffnet viele Bereiche, konfrontiert sie mit unterschiedlichen Denkansätzen und kann ihnen - im besten Fall - helfen, eine kritische Denkweise zu entwickeln, ihre Kreativität zu entfalten und zu ihrer persönlichen Weltsicht zu gelangen.
So ausgebildet und gebildet, dürfte es ihnen in weiterer Folge leicht fallen, einerseits die Werte zu leben, die sie als ihre eigenen annehmen und andererseits werden sie dann auch in der Lage sein, die praktischen Anforderungen des Lebens (z.B. das Ausfüllen einer Steuererklärung oder die Eröffnung eines Kontos) zu meistern.
So gesehen wäre es billiger und einfacher - das könnte ganz ohne Revolution im Bildungssystem passieren - sich auf diese Grundwerte zurückzubesinnen und zu überlegen, wie man sie SchülerInnen im 21. Jahrhundert angemessen vermitteln kann.
Artikel aus der Presse: Industriellenvereinigung-will-Schulfaecher-komplett-umkrempeln
Donnerstag, 31. Dezember 2015
das neue Jahr
taufrisch wie diese Rosenknospe
liegt das neue Jahr vor uns.
ich kann euch nicht wünschen,
dass es für immer eine knospe
oder auch nur eine herrliche blüte bleibt,
doch wünsche ich euch,
dass es früchte tragen möge,
die euch im nächsten winter stärken
frei nach: Hilde Domin: Bitte (hier zu lesen)
Donnerstag, 26. November 2015
Langeweile hat viele Gesichter
Ich hatte gestern Lehrergespräch im Rahmen des Elternsprechtages, 4. Klasse Volksschule.
Wie jedes Jahr erwähnte ich: „Mein Kind klagt immer wieder über Langeweile im Unterricht.“
Darauf die Lehrerin, auch wie jedes Jahr: „Das kann ich gar nicht glauben, weil das ist mir noch gar nicht aufgefallen.“
Und somit konnten wir auch nicht weiter über das Thema reden - weil es für die Lehrerin kein Thema war.
Zuhause fragte ich dann mein Kind: „Was machst du eigentlich, wenn du dich im Unterricht langweilst?“
Antwort: „Ich gehe aufs WC. Das mache ich, damit ich mir nicht anhören muss, wenn die Hausübung besprochen wird.“
„Sonst noch was?“
„Naja, ich sitze da und warte, dass die Zeit vergeht.“
Da ist mir klargeworden, dass es natürlich schwer für die Lehrerin ist, das zu merken.
„Und wieso sagst du es deiner Lehrerin nicht, dass es so langweilig ist?“
„Das ist mir peinlich.“
So oder ähnlich läuft das wohl bei vielen Mädchen, da für Mädchen die Zugehörigkeit zur Gruppe (= Klasse) wichtiger ist als für Buben. Sie wollen dazugehören und nicht auffallen.
Buben reagieren eher mit störendem Verhalten wie Zwischenrufen, Aufstehen und Herumgehen oder Verweigerung.
In beiden Fällen würden die Kinder Unterstützung brauchen, denn Langeweile führt zu Desinteresse und so geht die Freude am Lernen früher oder später verloren.
Ob die Kinder Unterstützung bekommen werden, hängt in beiden Fällen vom Lehrer ab. Helfen würde es in beiden Fällen, wenn die Lehrern auf das zu achten würden, was die Eltern sagen. Und dann ihre Meinungen und Vorstellungen - z.B. von einem gelangweilten Kind - hinterfragen würden. Und mit diesem Wissen nochmals genau hinschauen würden.
PS: Das gilt analog natürlich auch für hochbegabte Kinder- auch die (in der Schule) sind ganz unterschiedlich, und auch hier macht es für Lehrer Sinn, sich anzuhören, was die Eltern sagen, über das eigene Bild von „hochbegabten Kindern“ nachzudenken und dann nochmals genau zu beobachten.
PPS: Die oben geschilderte Begebenheit ist rein fiktiv, beruht aber auf meinen Erfahrungen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig.
Wie jedes Jahr erwähnte ich: „Mein Kind klagt immer wieder über Langeweile im Unterricht.“
Darauf die Lehrerin, auch wie jedes Jahr: „Das kann ich gar nicht glauben, weil das ist mir noch gar nicht aufgefallen.“
Und somit konnten wir auch nicht weiter über das Thema reden - weil es für die Lehrerin kein Thema war.
Zuhause fragte ich dann mein Kind: „Was machst du eigentlich, wenn du dich im Unterricht langweilst?“
Antwort: „Ich gehe aufs WC. Das mache ich, damit ich mir nicht anhören muss, wenn die Hausübung besprochen wird.“
„Sonst noch was?“
„Naja, ich sitze da und warte, dass die Zeit vergeht.“
Da ist mir klargeworden, dass es natürlich schwer für die Lehrerin ist, das zu merken.
„Und wieso sagst du es deiner Lehrerin nicht, dass es so langweilig ist?“
„Das ist mir peinlich.“
So oder ähnlich läuft das wohl bei vielen Mädchen, da für Mädchen die Zugehörigkeit zur Gruppe (= Klasse) wichtiger ist als für Buben. Sie wollen dazugehören und nicht auffallen.
Buben reagieren eher mit störendem Verhalten wie Zwischenrufen, Aufstehen und Herumgehen oder Verweigerung.
In beiden Fällen würden die Kinder Unterstützung brauchen, denn Langeweile führt zu Desinteresse und so geht die Freude am Lernen früher oder später verloren.
Ob die Kinder Unterstützung bekommen werden, hängt in beiden Fällen vom Lehrer ab. Helfen würde es in beiden Fällen, wenn die Lehrern auf das zu achten würden, was die Eltern sagen. Und dann ihre Meinungen und Vorstellungen - z.B. von einem gelangweilten Kind - hinterfragen würden. Und mit diesem Wissen nochmals genau hinschauen würden.
PS: Das gilt analog natürlich auch für hochbegabte Kinder- auch die (in der Schule) sind ganz unterschiedlich, und auch hier macht es für Lehrer Sinn, sich anzuhören, was die Eltern sagen, über das eigene Bild von „hochbegabten Kindern“ nachzudenken und dann nochmals genau zu beobachten.
PPS: Die oben geschilderte Begebenheit ist rein fiktiv, beruht aber auf meinen Erfahrungen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig.
Montag, 23. November 2015
"Jetzt kann ich sein, was immer ich sein will" - Übers "Verkleiden spielen"
Letzte Woche im Postkasterl: Die bunte Broschüre des allseits bekannten schwedischen Möbelhauses, Thema: Die neue Spielkollektion.
Auf der ersten Seite ein tolles Puzzle, das aus großen UND kleinen Steinen besteht. So können Erwachsene und Kinder mit gleichen Chancen und gleichem Spaß gemeinsam puzzeln. Finde ich eine sehr gute Idee, nur das Motiv ist für meinen Geschmack etwas seltsam. Leider gibt es nur eines.
Auf den nächsten Seiten allerlei nette Sachen zum Musikmachen und zum Spielen. Bei der Plastikschnur zum Schnurspringen, den Plastiksäcken zum Sackhüpfen und den Pappbechern zum Dosenschießen bin ich ein bisserl verwundert. Als ich ein Kind war, mussten dafür noch leere Joghurtbecher, alte Jutesäcke (ach ja, die gibt es im Plastikzeitalter nicht mehr) und ein Stück alte Schnur herhalten. Das hat uns, soweit ich mich erinnern kann, nicht gestört. Im Gegenteil. Die Suche nach passenden Sachen war schon Teil des Spiels.
Auf der Seite mit den Verkleidungssachen ist meine Irritation perfekt: Lauter seltsame Gestalten – ein Roboter, eine Fledermaus, ein Adler und ein weißgekleidetes Mädchen, das sich nach Lektüre der Produktbeschreibung als Königin entpuppt (und zwar mit einem Königinnenkragen, Königinnenärmeln und einem Krinolinenrock, alles in dezentem Weiß. In meiner Kindheit hatten Königinnen noch eine möglichst auffällige Krone und einen Umhang, im Idealfall in Rot...
Rechts unten ein Bub mit einer riesigen, türkisen Haube: Was soll das denn bitte sein? Aha: eine Hirnhaube. Und als was, bitte schön, verkleidet man sich mit einer Hirnhaube?!!
grundsätzlich ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn Designer und Designerinnen ihre Ideen auch bei der Spielzeugentwicklung einfließen lassen.
Nur wollen Kinder meistens Rollen spielen, die sie aus Märchen – ja, es gibt noch Familie, wo Kleinkinder Märchen kennenlernen und das ist gut so – und aus Geschichten kennen. Also Prinzessin, Hexe, Ritter, König, Fee. Oder Pirat, Gespenst, Feuerwehrmann, Polizist, Lokführer.
Dass gerade diese Figuren bei Kindern so beleibt sind und schon von mehreren Generationen von Kindern immer wieder gespielt werden, liegt daran, dass diese Rollen bestimmte Funktionen aus dem Leben und der menschlichen Geist darstellen. Eben den Helden, den Retter in der Not oder die hilflose Prinzessin, die sich retten lässt.
Diese verschiedenen Rollen immer wieder ausprobieren und darin erleben zu können, ist ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung und darum sollte jedes Kind dazu die Möglichkeit haben.
PS. Zum Verkleidenspielen reichen oft einige wenige, typischen Utensilien wie Krone, Schwert, Helm. Alles andere lässt sich aus Mamas und Papas Kleiderschrank ergänzen. Oder ausrangierte Kleidungstücke wandern nicht in den Müll sondern in die Verkleidungskiste. Gerade die Tatsache, dass nicht alles vorgefertigt zur Verfügung steht, beflügelt die Phantasie!
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