Aus den Oberösterreichischen Nachrichten ein Kommentar, der kurz und klar erklärt, was Begabtenförderung in den österreichischen Schulen sein sollte: Kein Luxus für die "Elite" sondern ein Recht, das jedem Schüler/ jeder Schülerin zusteht.
Alles rund um Psychologie, Kreativität, Mal- und Gestaltungstherapie, Hochbegabung, Leben mit Kindern.
Dienstag, 26. September 2017
Montag, 18. September 2017
In diesem Sinne bin ich auch gerne "altmodisch" - so wie Konrad Paul Liesmann:
"Bildung hat für mich – vielleicht bin ich da altmodisch – viel mit Mündigkeit, Freiheit, Urteilskraft, Belesenheit, Geschichtsbewusstsein, sprachlicher Sorgfalt und Genauigkeit, moralischer Sensibilität und ästhetischem Geschmack zu tun."
Würde man die diversen Reformen an dieser Grundeinstellung ausrichten, hätten sie wohl deutlich mehr Erfolg dabei, die "heutigen" SchülerInnen auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten!
Weitere gute Ideen sind nachzulesen im Artikel aus dem Kurier.
"Bildung hat für mich – vielleicht bin ich da altmodisch – viel mit Mündigkeit, Freiheit, Urteilskraft, Belesenheit, Geschichtsbewusstsein, sprachlicher Sorgfalt und Genauigkeit, moralischer Sensibilität und ästhetischem Geschmack zu tun."
Würde man die diversen Reformen an dieser Grundeinstellung ausrichten, hätten sie wohl deutlich mehr Erfolg dabei, die "heutigen" SchülerInnen auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten!
Weitere gute Ideen sind nachzulesen im Artikel aus dem Kurier.
Donnerstag, 16. Februar 2017
Schulkummer
Das Buch „Schulkummer“ von Daniel
Pennac sei allen ans Herz gelegt, die „mit der Schule zu tun haben“. Auch
jenen, die diese Art von Schulkummer - nämlich den Kummer des Kindes, das an
den Anforderungen der Schule scheitert - niemals am eigenen Leib bzw. im Leben ihrer
Kinder erfahren.
Der Autor schreibt nämlich nicht
nur über die „Schulversager“, sondern über die Schule an sich; genauer gesagt,
über das Lernen. Und das ist besonders erstaunlich, da sich der Autor als „Schulversager“
outet. Trotz aller Schwierigkeiten schaffte er – nach mehreren Versuchen – die Matura
geschafft hat, studierte dann – und kehrte als Lehrer in die Schule zurück.
Das Buch ist ein Lob des „Akt des
Lernens“ (und keine Leidens- oder Lebensgeschichte, auch keine Sammlung von Anekdoten
aus der Schule): Es zeigt anschaulich, wie dieses Lernen im Unterricht Kinder
in die Gegenwart – in ihre Gegenwart und in ihr Leben – zurückholen kann.
Gerade auch jene Kinder, die von sich glauben, dass sie „für alles zu dumm
sind“.
Besonders gefällt mir die Stelle,
wo er die Null (0 Punkte ist in Frankreich die schlechteste Note) als ein Ei
beschreibt, in dem der schlechte Schüler eingeschlossen ist und aus dem man ihn
herausholen muss, damit er sich entfalten kann.
Obwohl das Buch nicht unbedingt
brandneu ist (Erscheinungsjahr 2009) und einige gesellschaftliche Entwicklungen
nur streift, ist es trotzdem aktuell, eben weil es hinter diese Entwicklungen
schaut und die Interaktion „Lehrer – Schüler“ in den Mittelpunkt stellt.
Und ganz nebenbei ist es eine
Liebeserklärung an die die (französische) Sprache, geschrieben von einem
leidenschaftlichen Schreiber und Sprecher dieser Sprache.
Dienstag, 27. Dezember 2016
Langeweile... und keine Möglichkeit, zu entkommen
"Während ihres Masterstudiums der Psychologie war sie nie viel an der
Uni. Probiert hat sie es, aber lange hielt sie es in den Vorlesungen
nicht aus. Zu wenige Informationen wurden zu langsam vermittelt, die
anderen stellten zu viele Fragen. Dann ging sie nach einer halben Stunde
wieder nach Hause." wird über die hochbegabte Studentin berichtet.
Nun stelle man sich einmal die Situation einer hochbegabten Schülerin vor: Auch in vielen Unterrichtsstunden wird viel zu wenig Information viel zu langsam vermittelt und viele Fragen der Mitschüler erscheinen unnötig und banal.
Im Gegensatz zu einer Studentin kann die Schülerin jedoch nicht flüchten, sondern muss Stunde um Stunde ertragen.
Kein Wunder, wenn die Motivation schwindet.
Mehr über die obengenannte Studentin gibt es hier zu lesen: http://ze.tt/so-ist-es-intelligenter-als-999-prozent-aller-menschen-zu-sein/
Nun stelle man sich einmal die Situation einer hochbegabten Schülerin vor: Auch in vielen Unterrichtsstunden wird viel zu wenig Information viel zu langsam vermittelt und viele Fragen der Mitschüler erscheinen unnötig und banal.
Im Gegensatz zu einer Studentin kann die Schülerin jedoch nicht flüchten, sondern muss Stunde um Stunde ertragen.
Kein Wunder, wenn die Motivation schwindet.
Mehr über die obengenannte Studentin gibt es hier zu lesen: http://ze.tt/so-ist-es-intelligenter-als-999-prozent-aller-menschen-zu-sein/
Donnerstag, 22. Dezember 2016
TROTZDEM
Keine Weihnachtsstimmung? Kein Schnee in Sicht? Stress ohne Ende? Schrammen abbekommen? Seelische Verletzungen? Krankheiten? Beziehungskrise? Ein schwieriges Jahr 2016?
Trotzdem ist übermorgen Weihnachten.
Vielleicht ist das Wunder zu Weihnachten, wenn man trotzdem leuchtet (und wenns auch nur ein kleines bisschen ist, wird die Welt trotzdem heller) - Leuchten so wie die Kerze auf dem Bild. Wenn man sich trotzdem freut an den Kleinigkeiten, die gut sind, an den Menschen, die einen treu begleiten.
PS: Mein Wunsch fürs neue Jahr: Dass trotz aller Risse, die durch unsere Gesellschaft getrieben werden, die Menschlichkeit weiterhin leuchtet.
Samstag, 12. November 2016
Die Gesellschaft muss auch mal was für die Hochbegabten tun
Insgesamt nichts besonders Neues, aber ganz am Ende des Artikels ein gutes Argument für "Hochbegabtenklassen":
"Auf die Bedürfnisse von Hochbegabten werde da selten Rücksicht genommen.
Und das kann fatale Folgen für die Gesellschaft haben: „Man muss als Hochbegabter erst einmal das Gefühl haben, dass das System etwas für einen tut“, sagt Baudson. „Wenn man sich von der Gesellschaft immer ausgebremst fühlt, ist man wahrscheinlich weniger gewillt, sich für sie zu engagieren.“"
Da ist was dran - gerade im Schulsystem bleiben die Bedürfnisse hochbegabter Kinder allzu oft auf der Strecke und das erzeugt natürlich Unlust und Frust bei diesen Kindern. Die Tatsache, dass sie als hochbegabt gesehen werden und auch so sein dürfen, kann da sehr entlastend wirken.
PS. Leider bleibt im Artikel ungeklärt, was mit dem hochbegabten Mädchen "los ist", das keine Lateinvokabel lernen will. Dient es nur der Illustration, dass auch hochbegabte Kinder lernen müssen? Oder stellt es dar, dass nicht alle hochbegabten Kindern in Mathe UND in den Sprachen hochbegabt sind?
Link zum Artikel: http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Was-ein-hoher-IQ-wirklich-aussagt-id39680677.html
"Auf die Bedürfnisse von Hochbegabten werde da selten Rücksicht genommen.
Und das kann fatale Folgen für die Gesellschaft haben: „Man muss als Hochbegabter erst einmal das Gefühl haben, dass das System etwas für einen tut“, sagt Baudson. „Wenn man sich von der Gesellschaft immer ausgebremst fühlt, ist man wahrscheinlich weniger gewillt, sich für sie zu engagieren.“"
Da ist was dran - gerade im Schulsystem bleiben die Bedürfnisse hochbegabter Kinder allzu oft auf der Strecke und das erzeugt natürlich Unlust und Frust bei diesen Kindern. Die Tatsache, dass sie als hochbegabt gesehen werden und auch so sein dürfen, kann da sehr entlastend wirken.
PS. Leider bleibt im Artikel ungeklärt, was mit dem hochbegabten Mädchen "los ist", das keine Lateinvokabel lernen will. Dient es nur der Illustration, dass auch hochbegabte Kinder lernen müssen? Oder stellt es dar, dass nicht alle hochbegabten Kindern in Mathe UND in den Sprachen hochbegabt sind?
Link zum Artikel: http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Was-ein-hoher-IQ-wirklich-aussagt-id39680677.html
...
Was ein hoher IQ wirklich aussagt - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Was-ein-hoher-IQ-wirklich-aussagt-id39680677.html
Was ein hoher IQ wirklich aussagt - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Was-ein-hoher-IQ-wirklich-aussagt-id39680677.html
Freitag, 28. Oktober 2016
Über Hochbegabung reden bzw. schreiben
Ein Interview mit Tanja Baudson, die auf scilogs über Hochbegabung bloggt.
Interessant daran ist, dass es hier einmal nicht über die Hochebgabung an sich geht (der Titel "Jeder Hochbegabte ist anders" ist irreführend) sondern darüber, wie und warum man über Hochbegabung sprechen, schreibe, kommunizieren soll. Mein Lieblingssatz in diesem Zusammenhang: "Was das Thema des Blogs betrifft, sehe ich das Problem, dass diejenigen, die wirklich Ahnung von der Materie haben, sich zu selten öffentlich äußern (einige wenige tun das häufig, aber das sind, wie gesagt, nur einige wenige); das eröffnet denjenigen mit einem soliden Halbwissen natürlich einen großen Spielraum. Über das Thema Hochbegabung wird leider nach wie vor noch viel Unhaltbares publiziert."
Zum Lesen und Stöbern hier das Interview und der Blog.
Interessant daran ist, dass es hier einmal nicht über die Hochebgabung an sich geht (der Titel "Jeder Hochbegabte ist anders" ist irreführend) sondern darüber, wie und warum man über Hochbegabung sprechen, schreibe, kommunizieren soll. Mein Lieblingssatz in diesem Zusammenhang: "Was das Thema des Blogs betrifft, sehe ich das Problem, dass diejenigen, die wirklich Ahnung von der Materie haben, sich zu selten öffentlich äußern (einige wenige tun das häufig, aber das sind, wie gesagt, nur einige wenige); das eröffnet denjenigen mit einem soliden Halbwissen natürlich einen großen Spielraum. Über das Thema Hochbegabung wird leider nach wie vor noch viel Unhaltbares publiziert."
Zum Lesen und Stöbern hier das Interview und der Blog.
Montag, 24. Oktober 2016
"Medienmündig" von Paula Bleckmann
ISBN: 978-3-608-94626-0
Für mich ein typisches „Ja, eh – aber“-Buch, bei dem ich mir ziemlich oft gedacht habe: Ja, ist eh wahr – aber welchen Einfluss hat das auf mein Leben?
Zum Beispiel ist mir klar, dass Zeiten, die vor dem Bildschirm verbracht werden, logischerweise dann bei anderen Aktivitäten fehlen. Auch die Freizeit eines Kindes ist begrenzt, gerade in der heutigen Gesellschaft mit Ballett-, Englisch- und anderen Kursen.
Ja, in sozial schwächeren Schichten verbringen die Kinder tendenziell mehr Zeit vor diversen Bildschirmen, was ihrer Entwicklung nicht zuträglich ist. Ob daraus aber in direkter Ursache schlechte Schulnoten resultieren, wage ich zu bezweifeln.
Ja, ein Kleinkind oder ein junges Kindergartenkind haben wohl keinen oder nur wenig Nutzen vom Fernsehen. Und klar: Kein Kind wird einen Nachteil davon haben, wenn es vor der Schule noch nicht gelernt hat, mit einem Computer umzugehen. Das lernt es später immer noch.
Und ja: Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen TV-Konsum und Übergewicht nachwiesen, und andere, die einen Zusammenhang zwischen Aggressionen und Fernsehen/ Computer spielen zeigen. "Fernsehen macht dick und daumm"- kennen wir alle zur Genüge.
Und ja: Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen TV-Konsum und Übergewicht nachwiesen, und andere, die einen Zusammenhang zwischen Aggressionen und Fernsehen/ Computer spielen zeigen. "Fernsehen macht dick und daumm"- kennen wir alle zur Genüge.
Obwohl das Buch keinen „Total-Abstinenz“ fordert, schrammt es für mein Gefühl sehr nahe dran.
Was so gut wie nie vorkommt, ist der Nutzen. Den gibt es maximal zwischen den Zeilen. Das finde ich schade, und es geht an der Realität vorbei. Sich gemeinsam mit einem kleinen oder größeren Kind den einen oder anderen Kurzfilm anzuschauen (und da macht es wenig Unterschied, auf welchem Medium) kann und darf ein nettes Erlebnis sein. Zum Beispiel, wenn die Mama erzählt, dass auch sie als Kind schon die Barbapapas gesehen hat. Da braucht mir keiner erzählen, dass das schädlich ist.
Genau werden sich die meisten Kindergartenkinder an Sendungen à la „Sendung mit der Maus“ oder „Willi will´s wissen“ erfreuen. Auch das ist ok und bedeutet nicht, dass sie der TV-Sucht verfallen sind (oder verfallen werden).
Auch gegen das eine oder andere Computerspiel ist wohl nichts einzuwenden; und auch nicht gegen den Einsatz des Computers in der Schule – dort, wo es sinnvoll ist (z.B. um jedem Kind zu ermöglichen, in seinem Tempo lesen zu lernen und zu üben).
Was problematisch ist, ist die „Dauerberieselung“ mit Medieninhalten (dazu zählt für mich auch das Radio oder „Hintergrundmusik“ in Dauerschleife) – aber das kommt im Buch kaum vor. Was sehr problematisch ist, ist (zu) junge Kinder (zu) lange alleine vor einem Bildschirm sitzen zu lassen. Aber das war wohl allen, die diese Buch kaufen und lesen, vorher auch schon klar.
Schade ist, dass die Kernbotschaft – und die unterschreibe ich zu 100% - zwischen diesen allseits bekannten (und noch dazu schlecht untermauerten) Argumenten untergeht: Kinder brauchen das echte Leben, also die direkte Teilhabe an der Welt: laufen, klettern, turnen, basteln, malen, in Regenlacken springen, Lärm machen, sich verkleiden, mit Bausteinen spielen, Bücher anschauen usw. Und Kinder sollten diese Welt gemeinsam mit ihren Eltern und anderen vertrauten Erwachsenen erleben. Und zwar so, dass die Erwachsenen tatsächlich dran teilnehmen und nicht einstweilen SMS schreiben, Fotos machen oder das Kind filmen.
Wenn Kinder das in ihrer Kindheit ausreichend erfahren können (und das geht naturgemäß mit weniger Bildschirmzeit besser), dann sind sie in großem Maß schon vor der „Mediensucht“ und vielen anderen Gefahren geschützt ;-).
PS: Ich finde es auch erstaunlich, dass man im Jahr 2016 ein Buch über Medien wieder auflegt, in dem das Wort Smartphone nicht vorkommt. Dort liegt für mich noch eine viel größere „Suchtgefahr“ - in diesem Format ist der Bildschirm immer verfügbar, man kann alles plötzlich nur noch mit einer App machen und fast alle 10-jährigen Kinder besitzen bereits eines. Dagegen ist der gute, alte Fernseher ein Klacks.
Freitag, 21. Oktober 2016
Minimalisten - das deutsche Wort für Underachiever
Alles richtig, was Fabian Grolimund (Schweizer Psychologe und Autor) in seinem Artikel "Mein Kind ist ein Minimalist!" schreibt.
V.a. in der Denkweise «Ich gebe immer nur halbe Kraft – dann kann ich mir sagen, dass ich eigentlich noch viel mehr gekonnt hätte, wenn ich gewollt hätte» finde ich mich wieder... Damit muss man die Verantwortung für eventuelle Misserfolge nicht völlig übernehmen, doch man wird auch nie erfahren, zu welchen Leistungen man "eigentlich" fähig wäre - und auf was man dann wirklich stolz sein könnte.
Wichtig auch die Mahnung an die Eltern, Anstrengung zu loben und nicht Begabung und Intelligenz. Denn nur Anstrengung kann man wissentlich beeinflussen. Und Leistung setzt sich eben aus Begabung PLUS Training zusammen.
Eines fehlt mir allerdings im Artikel: das Feedback. Denn wenn ein Mensch "nur" mittelmäßige (oder sogar unterdurchschnittliche) Leistungen erbringt, dann bekommt er auch das entsprechende Feedback von seinen Mitmenschen - dern Lehrern, Chefs und Arbeitskollegen. Und diese Kommentare und Urteile prallen nicht an allen Menschen ungehört ab. Hört man ständig, dass man "nur mittelmäßig" ist, glaubt man es irgendwann wohl selbst.
Und da wieder rauszukommen und sich zu guten/ besseren/ sehr guten Leistungen zu motivieren, kann eine schwierige Aufgabe sein.
"Mein Kind ist ein Minimalist"
V.a. in der Denkweise «Ich gebe immer nur halbe Kraft – dann kann ich mir sagen, dass ich eigentlich noch viel mehr gekonnt hätte, wenn ich gewollt hätte» finde ich mich wieder... Damit muss man die Verantwortung für eventuelle Misserfolge nicht völlig übernehmen, doch man wird auch nie erfahren, zu welchen Leistungen man "eigentlich" fähig wäre - und auf was man dann wirklich stolz sein könnte.
Wichtig auch die Mahnung an die Eltern, Anstrengung zu loben und nicht Begabung und Intelligenz. Denn nur Anstrengung kann man wissentlich beeinflussen. Und Leistung setzt sich eben aus Begabung PLUS Training zusammen.
Eines fehlt mir allerdings im Artikel: das Feedback. Denn wenn ein Mensch "nur" mittelmäßige (oder sogar unterdurchschnittliche) Leistungen erbringt, dann bekommt er auch das entsprechende Feedback von seinen Mitmenschen - dern Lehrern, Chefs und Arbeitskollegen. Und diese Kommentare und Urteile prallen nicht an allen Menschen ungehört ab. Hört man ständig, dass man "nur mittelmäßig" ist, glaubt man es irgendwann wohl selbst.
Und da wieder rauszukommen und sich zu guten/ besseren/ sehr guten Leistungen zu motivieren, kann eine schwierige Aufgabe sein.
"Mein Kind ist ein Minimalist"
Dienstag, 18. Oktober 2016
(K)eine digitale Bildungskatastrophe?
Es ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen und es ist auch für alle Medien (und für viele andere menschliche Erfindungen) das gleiche Prinzip: Nicht die Sache an sich ist "schlecht/ böse" sondern die Art und Weise, wie sie von manchen Menschen verwendet wird.
Daher ist es wenig nützlich, für absolute Abstinenz zu plädieren.
Denn durch Abstinenz lernt man die richtige Verwendung ganz sicher nicht ;-).
Spannend finde ich am folgenden Text den Satz, mit dem der Gebrauch des Internets in der Schule verurteilt wird:
"Schule muss die jungen Leute von der Vorstellung abhalten, mit Hilfe moderner Medien könne man sich mühelos und punktuell die gerade gebrauchten Informationen einholen", mahnt Josef Kraus, Lobbyist der deutschen Lehrerschaft.
Ich würde nämlich meinen, dass gerade darin eine der Stärken des Internets - durchaus auch im Klassenzimmer - liegt: Schnell zu einer aktuell notwendigen Information kommen.
Ich schätze das übrigens auch immer wieder in Gesprächen mit Freunden: "Wie heißt die Brücke von Dänemark nach Schweden eigentlich und wie lang ist sie?" "Wie viele Einwohner hat Island denn genau?" - Ach schau das doch mal schnell nach!
Klar, diese Dinge stehen theoretisch auch im Lexikon - aber halt nicht in ihrer aktuellesten "Fassung" - und außerdem habe ich das ja nicht immer dabei. Und selbst wenn es zur Ausstattung der Schule gehört, dann sicher nicht in jeder Klasse ;-).
Anstatt also die Nutzung digitaler Technik - sei es als Laptop, Tablet oder Handy - zu verweigern, wäre es in meinen Augen Aufgabe der Schule, den SchülerInnen die sinnvolle Nutzung dieser Technik nah zu bringen. Natürlich nicht im Alleingang, sondern mit Unterstützung der Eltern.
So sieht das auch Margarete Hucht in ihrer Antwort auf Josef Kraus.
Daher ist es wenig nützlich, für absolute Abstinenz zu plädieren.
Denn durch Abstinenz lernt man die richtige Verwendung ganz sicher nicht ;-).
Spannend finde ich am folgenden Text den Satz, mit dem der Gebrauch des Internets in der Schule verurteilt wird:
"Schule muss die jungen Leute von der Vorstellung abhalten, mit Hilfe moderner Medien könne man sich mühelos und punktuell die gerade gebrauchten Informationen einholen", mahnt Josef Kraus, Lobbyist der deutschen Lehrerschaft.
Ich würde nämlich meinen, dass gerade darin eine der Stärken des Internets - durchaus auch im Klassenzimmer - liegt: Schnell zu einer aktuell notwendigen Information kommen.
Ich schätze das übrigens auch immer wieder in Gesprächen mit Freunden: "Wie heißt die Brücke von Dänemark nach Schweden eigentlich und wie lang ist sie?" "Wie viele Einwohner hat Island denn genau?" - Ach schau das doch mal schnell nach!
Klar, diese Dinge stehen theoretisch auch im Lexikon - aber halt nicht in ihrer aktuellesten "Fassung" - und außerdem habe ich das ja nicht immer dabei. Und selbst wenn es zur Ausstattung der Schule gehört, dann sicher nicht in jeder Klasse ;-).
Anstatt also die Nutzung digitaler Technik - sei es als Laptop, Tablet oder Handy - zu verweigern, wäre es in meinen Augen Aufgabe der Schule, den SchülerInnen die sinnvolle Nutzung dieser Technik nah zu bringen. Natürlich nicht im Alleingang, sondern mit Unterstützung der Eltern.
So sieht das auch Margarete Hucht in ihrer Antwort auf Josef Kraus.
Dienstag, 11. Oktober 2016
"Schule neu" - ein Beispiel aus Deutschland
Der Artikel zeigt, wie man mit überschaubarem Aufwand Schule "verbessern" kann. An diesem deutschen Gymnasium gibt es jeden Tag 2-3 sogenannte Dalton-Stunden: In diesen Stunden können die SchülerInnen selbstständig entscheiden, mit welchem Fach sie sich bei welchem Lehrer beschäftigen wollen. Den Rahmen dafür gibt der "Dalton-Planer" vor, in dem steht, was der Schüler in einem bestimmten Zeitraum zu lernen hat.
Mir persönlich gefällt die Möglichkeit, auch bei einem anderen Lehrer als den "angestammten Klassenlehrern" etwas nachfragen zu können. Denn ein anderer Lehrer erklärt vielleicht ein bisschen anders und dann versteht man es plötzlich ;-).
Außerdem ermöglicht dieses System - laut Artikel - mehr persönlichen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler, da Fragen eben nicht zwischen Tür und Angel beantwortet werden müssen.
Und natürlich, last but not least, lernen die SchülerInnen selbst Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen und werden dadurch selbstständiger. Also Lernen fürs Leben!
https://www.welt.de/regionales/nrw/article158626019/Hier-suchen-sich-Schueler-ihre-Lehrer-selbst-aus.html
Mir persönlich gefällt die Möglichkeit, auch bei einem anderen Lehrer als den "angestammten Klassenlehrern" etwas nachfragen zu können. Denn ein anderer Lehrer erklärt vielleicht ein bisschen anders und dann versteht man es plötzlich ;-).
Außerdem ermöglicht dieses System - laut Artikel - mehr persönlichen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler, da Fragen eben nicht zwischen Tür und Angel beantwortet werden müssen.
Und natürlich, last but not least, lernen die SchülerInnen selbst Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen und werden dadurch selbstständiger. Also Lernen fürs Leben!
https://www.welt.de/regionales/nrw/article158626019/Hier-suchen-sich-Schueler-ihre-Lehrer-selbst-aus.html
Montag, 10. Oktober 2016
Vererbung und Umwelt - immer wieder interessant, immer wieder rätselhaft
Dem Einfluss der "Gene" und der "Umwelt" auf die tatsächlichen Leistungen, die jemand im Laufe seines Lebens erbringt, wurde schon in vielen psychologischen Studien nachgegangen.
Doch bis heute sind - bei allen Bemühungen im Klärung - die Ergbnisse sehr breit gestreut: Gehen Verfechten einige Forscher die "10.000 Stunden-Regel" und gehen davon aus, dass "Training alles ist", zeigen anderen Studien hingeben Unterschiede zwischen Menschen, die höchst wahrscheinlich ererbt sind: Interessant finde ich dabei, dass der vorliegende Artikel zeigt, dass es sich bei diesen Unterschieden nicht (nur) um das handelt, was wir landläufig als "Talent" bezeichnen sondern um viel allgemeinere Eigenschaften: kognitive Verarbeitsgeschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis, aber soagr die allgemeine Arbeitshaltungen, die Anstrengungsbereitschaft ("And practice is substantially heritable.").
Weniger erstaunt hat mich hingegen die Erkenntnis, dass Training bei "untrainierten" Menschen einen größeren Effekt hat als bei trainierten. Das kennen wir doch alle aus dem Alltag: Am Anfang, egal welcher Tätigkeit, hat man schnell Erfolgserlebnisse, doch je "besser" man wird, desto schwieriger wird es, noch besser zu werden.
Und wenn man dem Artikel Glauben schenken darf: Auf Topnievau entscheiden dann immer andere Faktoren als Training darüber, ob man Erster oder doch nur Zweiter oder Dritter wird.
http://www.newyorker.com/science/maria-konnikova/practice-doesnt-make-perfect
PS: Und doch, obwohl Training nicht alles ist, kann man hier nachlesen, dass jene mathebegabten Kinder, die auch eine entsprechende mathematische Förderung bekamen, "im richtigen Leben" bessere Leistungen erzielten als ihre ebenso begabten Zeitgenossen, die nicht geföerdert wurden.
Doch bis heute sind - bei allen Bemühungen im Klärung - die Ergbnisse sehr breit gestreut: Gehen Verfechten einige Forscher die "10.000 Stunden-Regel" und gehen davon aus, dass "Training alles ist", zeigen anderen Studien hingeben Unterschiede zwischen Menschen, die höchst wahrscheinlich ererbt sind: Interessant finde ich dabei, dass der vorliegende Artikel zeigt, dass es sich bei diesen Unterschieden nicht (nur) um das handelt, was wir landläufig als "Talent" bezeichnen sondern um viel allgemeinere Eigenschaften: kognitive Verarbeitsgeschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis, aber soagr die allgemeine Arbeitshaltungen, die Anstrengungsbereitschaft ("And practice is substantially heritable.").
Weniger erstaunt hat mich hingegen die Erkenntnis, dass Training bei "untrainierten" Menschen einen größeren Effekt hat als bei trainierten. Das kennen wir doch alle aus dem Alltag: Am Anfang, egal welcher Tätigkeit, hat man schnell Erfolgserlebnisse, doch je "besser" man wird, desto schwieriger wird es, noch besser zu werden.
Und wenn man dem Artikel Glauben schenken darf: Auf Topnievau entscheiden dann immer andere Faktoren als Training darüber, ob man Erster oder doch nur Zweiter oder Dritter wird.
http://www.newyorker.com/science/maria-konnikova/practice-doesnt-make-perfect
PS: Und doch, obwohl Training nicht alles ist, kann man hier nachlesen, dass jene mathebegabten Kinder, die auch eine entsprechende mathematische Förderung bekamen, "im richtigen Leben" bessere Leistungen erzielten als ihre ebenso begabten Zeitgenossen, die nicht geföerdert wurden.
Montag, 4. Juli 2016
Einstiegslektüre zum Thema Hochbegabung: Begabte Kinder finden und fördern
Begabte Kinder finden und fördern
Ein Wegweiser für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer
Kurz und bündig hält diese Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, was sie im Titel verspricht: Sie bietet allen, die sich für das Thema Hochbegabung interessieren, einen Einstieg in das Thema. Der Text ist durchwegs so gestaltet, dass ihn auch Nicht-Fachleute - und das sind Eltern ja im allgemeinen - problemlos verstehen können.
Konkret geht es um die Frage „was ist Hochbegabung und wie kann man hochbegabte Kinder erkennen“ und um Möglichkeiten, wie Eltern, KindergartenpägadogInnen und LehrerInnen mit hochbegabten Kindern umgehen und sie in ihrer Entwicklung unterstützen können.
Neben theoretischem Grundwissen werden jeweils auch praktische Tipps gegeben. Die Broschüre eignet sich daher auch sehr gut, um sie an KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen weiterzugeben. Sie werden dort neben dem nötigen Wissen eben auch ganz praktische Ideen finden, die sie in ihrem Alltag mit dem (hoch)begabten Kind umsetzen können.
Trotz der relativen Kürze geht Broschüre auch auf spezielle Themen ein, wie z.B. Underachiever, hochbegabte Kinder mit Migrationshintergrund und - wie schon am Titelbild zu sehen - hochbegabte Mädchen.
Insgesamt ist die Sicht auf Hochbegabung eine sehr sachliche und lösungsorientierte und beschreibt damit eine Art „idealen Umgang und ein ideales (schulisches) Umfeld“. Für mich ist das eher ein Wunschdenken, da viele Eltern ganz andere Erfahrungen aus dem Schulalltag berichten. Aber grundsätzlich ist es ja gut, wenn man zumindest eine Vorstellung davon hat, was sinnvoll und wünschenswert wäre, denn dann weiß man, was man für sein (hoch)begabtes Kind einfordern kann.
Praktischer Download unter: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMBF/bmbf_begabte_kinder_finden_und_foerdern_pdf_1888.html
Dort kann man auch Druckexemplare bestellen.
Praktischer Download unter: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMBF/bmbf_begabte_kinder_finden_und_foerdern_pdf_1888.html
Dort kann man auch Druckexemplare bestellen.
Sonntag, 19. Juni 2016
Passend zur EM: Spitzensport und Begabtenförderung
Nach der hervorragenden Leistung von Robert Allmer im gestrigen Match Österreich : Portugal vermute ich, dass er wohl als Tormann "überdurchschnittlich begabt" ist.
Wie wäre das Match wohl ausgegangen, wenn ihm seine Trainer immer wieder gesagt hätten: "Tut uns leid, aber du musst dich an die mittelmäßigen Fußballer anpassen, wir können für dich kein besonderes Training machen."
Genau das hören viele intellektuell überdurchschnittlich begabte Kinder Tag aus Tag ein von ihren Lehrern....
Wie wäre das Match wohl ausgegangen, wenn ihm seine Trainer immer wieder gesagt hätten: "Tut uns leid, aber du musst dich an die mittelmäßigen Fußballer anpassen, wir können für dich kein besonderes Training machen."
Genau das hören viele intellektuell überdurchschnittlich begabte Kinder Tag aus Tag ein von ihren Lehrern....
Donnerstag, 2. Juni 2016
Wie schwer dürfen Maturaaufgaben sein?
Nicht nur in Österreich sondern auch in Deutschland ein Thema: Wie schwierig dürfen Mathematik-Maturaaufgaben sein? In Österreich haben ja nach der Zentralmatura 40% der befragten SchülerInnen angeben, dass sie fürchten, die Matura nicht geschafft zu haben.
So viele dürften es nach dem Bekanntwerden der ersten Ergbnisse nicht sein, aber die Mathematura dürfte tatsächlich schlechter ausfallen als im Vorjahr (http://derstandard.at/2000037553547/AHS-Direktorensprecher-will-sachliche-Matura-Diskussion).
Der Artikel des Deutschlandfunks wirft einige generelle Fragen auf:
- Wie mathematisch darf die Mathematura sein - d.h. darf reine Mathematik abgefragt werden oder müssen die Beispiele alle (mehr oder weniger krampfhaft) in einen praktischen Anwendungskontext eingebunden sein?
- Wie kann man mit unterschiedlichen Beispielen gewährleisten, dass der Schwierigkeitsgrad von Jahr zu Jahr gleich bleibt?
- Und letztendlich die entscheidende Frage: Was sollen junge Menschen, die ihr Matura in der Tasche haben, in Matehmatik können und wissen? bzw. welche mathematischen Kenntnisse sind an der Universität notwendig? Folgt man der Argumentation des Artikels, scheint es hier zu hapern... Was dann den Wert und Sinn der Matura deutlich schmälert. Denn eigentlich sollte die MaturantInnen doch befähigt sein, ein Studium erfolgreich zu verfolgen. Das wäre der Sinn und Zweck - und nicht die Anhebung bestimmter statistischer Kennzahlen ;).
http://www.deutschlandfunk.de/abitur-pruefungen-schwierigkeitsgrad-ist-in-den-letzten.680.de.html?dram%3Aarticle_id=355377
PS: Die österreichischen Maturaaufgaben (der letzten Jahre) kann man hier nachlesen: https://www.bifie.at/downloads
So viele dürften es nach dem Bekanntwerden der ersten Ergbnisse nicht sein, aber die Mathematura dürfte tatsächlich schlechter ausfallen als im Vorjahr (http://derstandard.at/2000037553547/AHS-Direktorensprecher-will-sachliche-Matura-Diskussion).
Der Artikel des Deutschlandfunks wirft einige generelle Fragen auf:
- Wie mathematisch darf die Mathematura sein - d.h. darf reine Mathematik abgefragt werden oder müssen die Beispiele alle (mehr oder weniger krampfhaft) in einen praktischen Anwendungskontext eingebunden sein?
- Wie kann man mit unterschiedlichen Beispielen gewährleisten, dass der Schwierigkeitsgrad von Jahr zu Jahr gleich bleibt?
- Und letztendlich die entscheidende Frage: Was sollen junge Menschen, die ihr Matura in der Tasche haben, in Matehmatik können und wissen? bzw. welche mathematischen Kenntnisse sind an der Universität notwendig? Folgt man der Argumentation des Artikels, scheint es hier zu hapern... Was dann den Wert und Sinn der Matura deutlich schmälert. Denn eigentlich sollte die MaturantInnen doch befähigt sein, ein Studium erfolgreich zu verfolgen. Das wäre der Sinn und Zweck - und nicht die Anhebung bestimmter statistischer Kennzahlen ;).
http://www.deutschlandfunk.de/abitur-pruefungen-schwierigkeitsgrad-ist-in-den-letzten.680.de.html?dram%3Aarticle_id=355377
PS: Die österreichischen Maturaaufgaben (der letzten Jahre) kann man hier nachlesen: https://www.bifie.at/downloads
Mittwoch, 11. Mai 2016
„Ich kann kein Mathe“ beginnt schon in der Volksschule
In der Volksschule Mathematik zu unterrichten, ist sicherlich eine Herausforderung. In diesem Fach wird besonders deutlich, was wohl auch für die anderen Fächer gilt: Die Kinder sind unterschiedlich. Die eine verstehen schnell, die anderen brauchen mehr Übung - und einige wenige haben besondere Probleme mit dem Verständnis.
Doch der Lehrer muss diese Kinder alle „unter einen Hut bringen“, der Unterricht soll für alle Kinder geeignet sein. Das wäre wohl nur über einen differenzierten Unterricht zu erreichen... der ist zwar im Lehrplan verankert, wird aber leider nicht in allen Klassen umgesetzt.
So passiert es leider immer wieder, dass Kinder schon in der Volksschule die Freude an der Mathematik verlieren - dieses Risiko haben sowohl die besonders begabten Kinder, denen bei den Wiederholungen dessen, was sie längst verstanden haben, langweilig wird als auch die schwächeren Kinder.
Auch die Einstellung des Lehrers zu seinem Fach ist nicht unwesentlich - aber das muss man differenziert betrachten: Mag der Volksschullehrer Mathe, wird sein Unterricht eher interessant sein und auch die begabten Kinder ansprechen. Oder aber: Ist der Lehrer mathematisch begabt, kann er die Verständnisschwierigkeiten mancher Kinder vielleicht nicht nachvollziehen.
Ein Lehrer, der Mathe nicht mag (und Volksschullehrer müssen alle Fächer unterrichten), wird aber mit Sicherheit kein positives Vorbild sein.
Interessant auch die Überlegung, dass in den Volksschule hauptsächlich Rechnen aber kaum Mathematik unterrichtet wird. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen: Stunden- und tagelang wird z.B. dividieren geübt, aber wenn man nachfragt, was das eigentlich bedeutet, herrscht Ratlosigkeit.
Das ist schade, denn gerade die Erkenntnis der „tieferen Zusammenhänge“ fördert das Verständnis und damit die Freude an der Mathematik.
Und wenn ein Kind schon in der Volksschule beschließt, Mathematik nicht zu mögen wird es mit ziemlicher Sicherheit ein Kind werden, das früher oder später Mathematik auch nicht kann.
Artikel "Warum wir Mathematik doch brauchen"
Dienstag, 3. Mai 2016
"Klüger als der Rest" - Interview mit hochbegabtem Erwachsenen
Trotz einiger Klischees - zu denen Heinrich Siemens mit einem Augenzwinkern steht, was ihn sehr sympathisch macht - ein Beispiel eines positiven Artikels zu Hochbegabung bei Erwachsenen.
Bei mir hängen geblieben ist der Satz: „Hochbegabte würden immer auffallen, ist sich Siemens sicher: entweder als unterfordert oder fälschlicherweise als überfordert.“
Dem würde ich so nicht zustimmen: Ich glaube, dass es durchaus hochbegabte Schüler gibt, die niemals wirklich auffallen. Sie zählen vielleicht zu den Klassenbesten, fallen aber nicht durch kreative Problemlösungen oder ein Wissen, das weit über das Klassenniveau geht, auf. Sie machen, was zu machen ist, um sehr gute Noten zu bekommen, sind aber auch sehr angepasst.
Oder aber, sie liegen notenmäßig im Mittelfeld und keinem - weder Lehrern noch Eltern - kommt der Gedanke, dass sie hochbegabt sein könnten. Vor allem hochbegabte Mädchen können wahre Meisterinnen der Anpassung werden und ihre Begabungen verstecken, nur um nicht aufzufallen.
Aber auch wenn sie nicht depressiv oder sichtbar unglücklich sind (manche hochbegabte Mädchen sind das): Anpassung hat ihren Preis und sein Potential nicht ausleben zu können, hinterlässt Spuren und macht (zumindest latent) unzufrieden.
Außerdem haben diese angepassten Mädchen wahrscheinlich ein hohes Risiko, sich auch als Erwachsene unzufrieden und diffus unglücklich zu fühlen...
Donnerstag, 28. April 2016
Regentropfen - mal wieder was Kreatives!
Nach einem Handyfoto entstanden diese beiden Bilder - das finde ich persönlich kreativer und entspannender als diese Malbücher für Erwachsene, die jetzt voll im Trend sind.
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| Tuschestift, A4 |
Montag, 25. April 2016
Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung.
James T. Webb: Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung. Ein Ratgeber für Fachpersonen und Betroffene.
ISBN: 978-3-456-85365-9
Ganz zu Anfang: Webb bezeichnet Hochbegabung als Diagnose, daher der Begriff „Doppeldiagnose“ = Hochbegabung plus andere Diagnose. Das entspricht nicht meiner Auffassung, denn Hochbegabung muss glücklicherweise nicht zwingend eine Einschränkung sein (dazu wird sie erst, wenn das Umfeld nicht passt).
Das Buch ist sehr logisch aufgebaut: Es werden die häufigsten Diagnosen im Kindes- und Jugendalter besprochen und für jedes Störungsbild werden die wichtigsten Auffälligkeiten besprochen. Diese „Auffälligkeiten“ werden in einem zweiten Schritt unter dem Aspekt der Hochbegabung betrachtet. Dabei wird sichtbar, dass manche Verhaltensweisen, die bei hochbegabten Kindern typisch sind, in „gefährlicher Nähe“ zu dem stehen, was das DSM-IV-TR als „Auffälligkeit“ betrachtet. Zum Beispiel kann die Versunkenheit eines hochbegabten Kindes in eine interessante Tätigkeit als Störung der Aufmerksamkeit gesehen werden oder die motorische Aktivität als Hyperaktivität (obwohl das Kind nur mit den Beinen zappelt, weil es sich langweilt).
Grundsätzlich geht Webb davon aus, dass sich Hochbegabung und psychische Störung nicht ausschließen, dass aber oft Verhaltensweisen, die für Hochbegabung typisch sind, fälschlicherweise als Symptome einer Störung gesehen werden (= Fehldiagnosen), weil im diagnostischen Prozess der IQ-Test fehlt. Oder die Fachperson nicht über Hochbegabung Bescheid weiß.
Als Entscheidungskriterium führt Webb immer wieder die „persönliche Beeinträchtigung“ an - nach dem Motto: Wenn die betroffene Person sich nicht selbst beeinträchtigt fühlt, dann ist es keine psychische Störung. Das ist sehr wichtig, denn soll das Verhalten des Kindes geändert werden, weil es das Umfeld - und nicht das Kind selbst - belastet. Hier sagt Webb ganz klar, dass dieses Vorgehen falsch ist: Hier muss sich das Umfeld an das Kind anpassen.
Wichtig ist auch, dass beim diagnostischen Prozess abgeklärt wird, in welchen Situationen das „auffällige Verhalten“ auftritt, denn nur so kann geklärt werden, ob es nur eine normale Reaktion auf nicht passende Umweltbedingungen ist.
Das Buch beschränkt sich auf die Beschreibung und Erklärung der „Störungsbilder“ und auf ihrer Abgrenzung zur „normalen Hochbegabung“. Diesem Anspruch wird es voll und ganz gerecht. Wer Handlungsvorschläge oder Tipps zum Umgang mit hochbegabten Kindern sucht, wird hingegen enttäuscht werden.
PS: Zum Teil wirkt der Text ein bisschen amerikanisch - ständig ist die Rede von Hochbegabtenprogrammen der jeweiligen Schule und von Anpassung des Bildungsprogramms. So al ob das in den USA gang und gäbe wäre. Ob es tatsächlich so ist, kann ich nicht beurteilen. Wenn ja, dann sind sie uns hier um einiges voraus ;-).
Mittwoch, 30. März 2016
Auf der Suche nach hochbegabten SchülerInnen
Es scheint auch im österreichischen Schulsystem noch Hoffnung zu geben - zumindest in Oberösterreich: Dort ist man aktiv auf der Suche nach hochbegabten SchülerInnen, und zwar schon in der 2. Klasse Volksschule. Alle Kinder, bei welchen eine Hochbegabung vermutet wird, können ohne großen Aufwand an einem Intelligenztest teilnehmen. Und alle hochbegbten Kinder bekommen so die Chance auf angemessene Förderung.
Wenn es in Oberösterreich funktioniert, wieso gibt es das Modell dann nicht in allen Bundesländern? Das wäre ein wirklicher Fortschritt im Schulsystem und würde Kindern und Eltern viele Schwierigkeiten ersparen.
http://diepresse.com/home/bildung/schule/4955885/Talente_Auf-der-Suche-nach-Hochbegabten-
Wenn es in Oberösterreich funktioniert, wieso gibt es das Modell dann nicht in allen Bundesländern? Das wäre ein wirklicher Fortschritt im Schulsystem und würde Kindern und Eltern viele Schwierigkeiten ersparen.
http://diepresse.com/home/bildung/schule/4955885/Talente_Auf-der-Suche-nach-Hochbegabten-
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