Donnerstag, 2. April 2015

Eine Erfolgsstory zum Weltautismustag

Zum Weltautismustag ein Interview mit einem hochbegabten Autisten:

 http://www.arte.tv/sites/de/das-arte-magazin/2015/03/05/reise-nach-autistan-2/

Besonders schön finde ich den Gedanken, dass autistische Kinder in die normale Schule gehen sollten, damit die anderen Kinder die Möglichkeit haben, sie kennenzulernen.
Dieses Kennenlernen und Miteinander-Leben-Lernen sollte aber meiner Meinung nach nicht dem Zufall überlassen werden. Es ist notwendig, dass geschulte Menschen (dafür ausgebildete LehrerInnen oder PsychologInnen) die Kinder begleiten - so haben die Kinder mehr Möglichkeiten ihre Unterschiede zu verstehen und von der Vielfalt zu profitieren. Wenn man sie nur nebeneinander in eine Klasse setzt, lösen "unverständliche Verhaltensweise" eher Angst und Misstrauen aus. Das gilt genauso im Umgang mit Kindern aus anderen Kulturkreisen. Auch dabei entsteht durch den gemeinsamen Schulbesuch nicht automatisch interkulturelles Verständnis und Toleranz...


Freitag, 27. März 2015

Lernen funktioniert am besten mit emotionaler Beteiligung

Immer wieder schön, das zu hören:
"Es ist ein großes Missverständnis, zu denken, indem man dem anderen sagt, wie er's machen soll, könne man bei ihm im Hirn irgendeine Veränderung auslösen. So geht das nicht. Das geht nur, wenn der andere sich davon berühren lässt."
Denn ich bin sicher, dass das stimmt.

Wobei man "sich berühren lassen" noch ausformulieren müsste. Da gibt es nämlich mehrere Möglichkeiten:
  • z.B. sich von Lernstoff berühren lassen, weil man das Thema spannend findet
  • oder sich vom Lehrer/ der Lehrerin berühren lassen - dann lernt der Schüler "für den Lehrer" - weil er Anerkennung will, weil er dem Lehrer eine Freude machen will ...
  • oder sich von den Eltern berühren lassen - dann lernt der Schüler für die Eltern...
Ob das alles gleichwertig ist?

Auch vieles andere ist im Artikel nur angerissen, nichts weiter gedacht und ausgeführt, aber wie gesagt: Man kann es gar nicht oft genug wiederholen!

Link zum Inteview mit Gerald Hüther im Standard

Montag, 23. März 2015

Themenzentierter Unterricht - warum nur in Finnland?

Warum schaffen es die Finnen, den klassischen Schulunterricht - eine Stunde Mathe, eine Stunde Englisch, eine Stunde Geschichte, eine Stunde Geografie - durch themenorientierten Unterricht zu ergänzen?

Das Modell finde ich genial - als Beispiel für ein Thema wird "die EU" genannt. Dieses Thema wird dann eben von mehreren LehrerInnen gemeinsam mit den SchülerInnen "bearbeitet". Ich kann mir vorstellen, dass das den Kindern viel mehr Spaß macht, dass daher auf Dauer "mehr hängenbleibt" und dass es auch effizienter ist, weil man sich Wiederholungen spart (EU ist z.B. Stoff in Geschichte, in Geografie, in Englisch).

Offensichtlich gab es auch in Fiinland Widerstände - v.a. von LehrerInnen, die ihr ganzes Berufsleben "ihre Fächer" unterrichtet haben. Quasi als "Belohnung" fürs Umdenken gibt es ein bisschen mehr Geld für jene LehrerInnen, die themenorientierten Unterricht machen ;-).

Die Idee des themenorientierten Unterrichts wird in Finnland mit unterschiedlicher Geschwindigkeit realisiert: Jede Schule muss mindestens "one period of phenomenon-based teaching" pro Jahr machen, wobei diese Projekte mehrere Wochen dauern dürfen. Die Schulen in Helsinki sind schneller - die machen 2 "periods" pro Jahr.

 Hinter der Umstrukturierung steckt übrigens die Erkenntnis, dass die Unterrichtsmethoden des beginnenden 19. Jahrhunderts nicht für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts passen ;-)!! Und dass man daraus Konsequenzen ziehen muss. Ich finde es toll, dass es in der finnischen Gesellschaft den Mut zu einer umfassenden Reform des Unterrichts gibt. Wieso funktioniert das in Finnland ohne landesweiten Widerstand der Lehrer(gewerkschaft)?

Originalartikel in englisch

Nachtrag vom 25.3.2015: Jetzt gibt es auch einen Artikel auf deutsch zum Thema.

Donnerstag, 19. März 2015

Unterschreiben dann alle mit drei Kreuzerln?

Wenn die Kinder zukünftig die Schreibschrift nicht mehr lernen müssen, wird´s auch mit dem Unterschreiben schwierig... 
Außerdem lernen Kinder, die Schreibschrift können, anscheinend generell besser.
Daher:
Ein Plädoyer für die Schreibschrift

Weiters zu bemerken: Die meisten Kinder lernen in der Schule auch nicht richtig Maschinschreiben. Braucht man ja am Computer eh nicht, kann man alles ausbessern. Rechtschreibung könnte man auch gleich abschaffen, kann eh der Computer.
Dass man so völlig abhängig wird von der Technologie, sieht keiner.

Und außerdem: Schreibschrift ist Ausdruck der Persönlichkeit - drum schreibt ja auch jede/r anders.
Das kann der Computer nicht.

Hat es Sinn, bei Erwachsenen Hochbegabung zu diagnostizieren?

Artikel über hochbegabte Erwachsene sind ja noch seltener als Artikel über "Wunderkinder". Darum teile ich diesen Artikel, auch wenn er nicht besonders aussagekräftig ist. Für mich war der eine Satz wichtig: "Wenn festgestellt wird, dass jemand hochbegabt ist, hilft das, negative Ereignisse aus der Vergangenheit besser zu verstehen." Im Klartext: Man weiß endlich, warum man anders redet/ denkt/ fühlt/ handelt ;-))).

http://open-mind-akademie.de/2014/03/hochbegabte-erwachsene-spaete-diagnose/

Dienstag, 17. März 2015

Schnell erklärt: Wie wirkt Psychotherapie?

Für mich reichen drei Sätze aus dem Artikel:

"Im Gehirn hat sich sehr früh ein absolut stabiles System ausgebildet, das unser Fühlen, Denken und Handeln prägt. Man kann das mit Trampelpfaden in einem Wald vergleichen. Diese Pfade bleiben immer bestehen. Der Therapeut kann dazu beitragen, dass sich neue Pfade bilden, die mehr Lebensqualität bedeuten und irgendwann so selbstverständlich benutzt werden wie die alten."

Aber auch der Rest ist schnell gelesen und verstanden:
http://mobil.stern.de/gesundheit/wie-sich-psychotherpaie-auf-unser-verhalten-auswirkt-2177504.html?mobil=1

Freitag, 13. März 2015

"Erziehungsalarm" (Kurt Gallé)

Und mal wieder ein neues Buch über Erziehung oder eher über "Nicht-Erziehung". Der Autor, Kurt Gallé, verwendet den Begriff "irreguläre Erziehung" für einen Erziehungsstil, der den Kindern keine Grenzen setzt. Dass diesen Kindern damit die Orientierung im Leben fehlt, ist keine neue Erkenntnis...

Mein Lieblingssatz aus dem Interview stammt vom Großvater des Autors:
"Es gibt zwei Dinge im Leben, die wichtig sind: ein gesunder Hausverstand und Herzensbildung."

Wieso habe ich immer wieder den Eindruck, dass genau diese beiden Werten in unseren Schulen eher zerstört als gefördert werden?

Das Interview im Standard

PS: Falls jemand das Buch liest/ gelesen hat, würde ich mich über Kommentare freuen!